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14.02.2013

Energiewende rückwärts

„Die gemeinsamen Vorschläge von Umweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Rösler gehen vor allem zu Lasten von kleineren und mittleren Investoren wie Bürgerwindparks oder Energie-Genossenschaften“, so Marcel Keiffenheim, Leiter Energiepolitik bei Greenpeace Energy. Sie wären angesichts steigender wirtschaftlicher Risiken kaum noch in der Lage, sich wie bisher am Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beteiligen. Profitieren würden von den Plänen allerdings die großen Energiekonzerne.

„Dabei ist gerade die Möglichkeit zum breiten Engagement ein wesentlicher Grund für die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung“, so Keiffenheim weiter. Ein schwerwiegender Fehler wäre seiner Einschätzung nach insbesondere die geforderte „verpflichtende Direktvermarktung“, die für alle ab August ans Netz gehenden Anlagen gelten soll.

Damit sollen Wind und Sonne Wasser und Biomasse in die hoch umstrittene „Marktprämie“ gezwungen werden, ein Instrument, das sich als erheblicher Kostentreiber für das EEG Konto erwiesen hat. Allein 2012 hat die Marktprämie laut Expertenschätzung Mehrkosten von rund 400 Millionen Euro verursacht. Keiffenheim: „Von „Strompreis-Bremse“ kann hier also keine Rede sein!“ 

Die Direktvermarktung über die Marktprämie führt nach Ansicht des Energieexperten vor allem dazu, dass die Vermarktungsmacht über die Erneuerbaren Energien bei wenigen Großunternehmen konzentriert wird. Die Erneuerbaren Energien sind dann gezwungen, ihren Strom über diese Zwischenhändler an die Börse zu bringen. In absehbarer Zeit werden sich nur eine Handvoll, womöglich nur noch zwei bis drei Firmen das lukrative Geschäft teilen. Ihnen wären die Zehntausenden Windmüllerinnen und Windmüller, Photovoltaik und Biogasanlagen-Betreiberinnen und -Betreiber in Zukunft auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. „Das wäre ein Rückfall in die unseligen alten Zeiten, als wenige Großkonzerne die Macht auf den Energiemärkten unter sich aufteilten“, so Keiffenheim weiter. 

Dabei sei die Direktvermarktung ein wichtiger Pfeiler des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Es dürfe jedoch keine flächendeckende Zwangsvermarktung geben. Und die heutige Marktprämie mit all ihren schädlichen Wirkungen und hohen Kosten müsse durch eine ökologisch zielführende und faire neue Form der Direktvermarktung ersetzt oder zumindest ergänzt werden, so Keiffenheim abschließend.

Quelle: Greenpeace Energy eG


  

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