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13.09.2012

Marokko: 2.000 Megawatt Solarenergie bis 2020

Nordafrika und der Nahe Osten könnten bis 2025 zu den führenden Solarmärkten gehören. Um dort das volle Potenzial der Sonne ausschöpfen zu können, müssen allerdings noch einige wichtige Maßnahmen ergriffen werden. Welche dies sind und was die aktuellen Rahmenbedingungen für Photovoltaik in Nordafrika ausmachen, war Thema der am 10. September 2012 erstmalig stattfindenden PV Technology Conference - North Africa 2012.

Die Region Nordafrika wird für die Solarbranche zunehmend interessanter. Angesichts des steigenden Energieverbrauchs, der u. a. durch das dynamische Wirtschaftswachstum angetrieben wird, könnten Nordafrika und der Nahe Osten bis 2025 zu den führenden Solarmärkten gehören. Die rund 80 engagiert diskutierenden, internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der PV Technology Conference - North Africa 2012 zeigten, dass die Entwicklungen in Nordafrika auf großes Interesse stoßen. 

Die von der Solarpraxis AG organisierte Konferenz wurde von Mohammed Yahya Zniber, marokkanischer Generalsekretär des Ministeriums für Energie, Bergbau, Wasser und die Umwelt, in Casablanca eröffnet. Saïd Mouline von der marokkanischen Agence Nationale pour le Développement des Energies Renouvelables et de l'Efficacité Energétique (ADEREE) erklärte anschließend Marokkos Vision für die Solarenergie Bis zum Jahr 2020 sollen 42 Prozent der Energieversorgung mit regenerativen Energien gedeckt und eine Kapazität von 2.000 Megawatt Solarenergie geschaffen werden. Dies unterstrich auch Ilias Hamdouch von der Maroccan Agency for Solar Energy (MASEN), der Marokkos Solarprogramm vorstellte. 

Anders als in anderen Ländern setzt Marokko nicht auf eine Einspeisevergütung sondern auf Projekte und Programme, die von MASEN koordiniert werden. Der nordafrikanische Staat legt den Schwerpunkt dabei weniger auf eine dezentrale Versorgung als auf Großanlagen. Das erste Großprojekt ist derzeit in Ouarzazate in Planung. Auch Taoufik Laabi von der marokkanische Elektrizitätsgesellschaft Office National d'Electricité (ONE) betonte die Wichtigkeit der Solarenergie für Marokko, welches bisher 97 Prozent seiner Energie importieren muss. Langfristig sehe er Marokko mit seiner Nähe zu Europa als Nettoenergieexporteur.

Neben diesem umfassenden Überblick über die politischen Rahmenbedingungen und bestehenden Programme bot die PV Technology Conference - North Africa 2012 vor allem Einblicke in technologische Lösungen für die Solarenergienutzung in der ariden Klimazone. In einer von Badr Ikken vom Institut de Recherche en Energie Solaire et Energie Nouvelles (IRESEN) geleiteten Session wurden Technologien und Leistungen unter den örtlichen Bedingungen näher beleuchtet. Dabei ging Pauline Desfontaines vom Hersteller Soitec auf die Vorteile der Konzentrator Photovoltaik (CPV) in Afrika ein und Marco Baraldo von TÜV Intercert auf zusätzliche Modultests für Wüstenregionen.

Ein weiteres wichtiges Thema der Konferenz war der inländische Anteil an der Wertschöpfungskette. Hier wurden u. a. die Fragen diskutiert, wo Unternehmen qualifizierte Arbeiter und qualitativ hochwertige Komponenten finden und was für den Aufbau einer Produktionslinie benötigt wird. Khaled Nasraoui, der in Tunesien das Unternehmen Aurasol gegründet hat, berichtete hier von seinen Erfahrungen. In der letzten Session wurden die Themen Projekt-Design und -Finanzierung behandelt. Hier berichtete Samior Belrhandoria vom Moroccan Infrastructure Fund, dass besonders bei privaten Investoren großes Interesse besteht, in den Markt einzusteigen.

Die nächste Konferenz in der MENA Region veranstaltet die Solarpraxis AG am 14. November 2012. Der Solar Industry Summit - Middle East 2012 findet in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. 

Quelle: Solarpraxis AG

  

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