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29.04.2009

Solarstrom-Kosten bald auf Niveau konventionell erzeugten Stroms

Die so genannte „Netzparität“ oder „Grid Parity“ ist der Zeitpunkt, an dem Strom aus einer Photovoltaik Anlage zum gleichen Preis wie konventioneller Strom angeboten werden kann. Marktforscher erwarten, dass dieser Zeitpunkt schon in wenigen Jahren erreicht wird. In Deutschland ist die Netzparität voraussichtlich bereits 2012 oder 2013 möglich. Wie nahe die Systempreise unterschiedlicher Solarstromanlagen bereits an der Netzparität sind und in welchen Ländern sie zuerst erreicht werden kann, steht am 25. Mai im Mittelpunkt des 5. PV Industry Forums im Internationalen Congress Center München (ICM).

In extrem preissensiblen Photovoltaik Märkten und an Standorten mit besonders hoher Sonneneinstrahlung, wie etwa in Kalifornien, kann die Netzparität nach Ansicht der Forscher sogar noch früher erreicht werden. 

GTM Research, Cambridge Massachusetts/USA, eine Tochter des Marktforschungsunternehmens Greentech Media, betont, dass die Erreichung der Netzparität von einer Reihe von Faktoren abhängt: angefangen bei der Modultechnologie über das Projektdesign bis hin zur Entwicklung des Strompreises. Aufgrund der Abhängigkeit der Solarstromerzeugung von den klimatischen Verhältnissen kommt dabei vor allem dem Standort eine zentrale Bedeutung zu. Durch besonders hohe Sonneneinstrahlung in Regionen wie in Kalifornien herrschen dort optimale Bedingungen für Photovoltaik Anlagen. 

Beschleunigt wird der Weg zur Grid Parity durch Fortschritte der Solarindustrie bei der Massenfertigung: Effizienzsteigerungen durch Automatisierung und neue Produktionskapazitäten senken die Kosten und Forschungserfolge steigern laufend den Wirkungsgrad von Photovoltaik Anlagen. 

In der EU ist Italien auf dem besten Weg, die Netzparität als erstes Land zu erreichen, schätzen die Marktforscher. Dort profitieren italienische Solarstromanbieter von den mit 0,23 Euro je Kilowattstunde in 2007 vergleichsweise hohen Strompreisen. Steigen die Preise, wie angenommen, um durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr, können italienische Freilandanlagen bereits 2011 Grid Parity erreichen. 

In Deutschland werden Photovoltaik Großanlagen am schnellsten die Netzparität erreichen - nach vielen Prognosen bereits im Jahr 2012. Gegenüber kleineren Anbietern profitieren große Anlagen bei der kostengünstigen Stromerzeugung von proportional geringeren Investitionskosten. Vor diesem Hintergrund prognostiziert Greentech Media, dass kleinere dachmontierte Photovoltaik Anlagen Grid Parity erst zwischen 2013 und 2014 erreichen werden.

Voraussetzung für diese Annahme ist nach Angaben der Marktforscher, dass die inflationsbereinigten Netzstrompreise durchschnittlich um 6 Prozent pro Jahr steigen. Der laufende Rückgang der Einspeisevergütung für Solarstrom fördert die Entwicklung zusätzlich: Im deutschen Markt ist der Druck zu einer effizienten Solarstromerzeugung auf Basis neuester Technologien deshalb besonders groß und die Industrie arbeitet mit Hochdruck an immer besseren Konzepten. 

Frankreich hingegen ist noch weit entfernt von der Netzparität. Zum einen erschweren niedrige Netzstrompreise das Erreichen der Grid Parity: Staatliche Subventionen halten den Strompreis für den „Standardstrom“ auf einem sehr geringen Niveau, das im Jahr 2007 bei nur 0,15 EUR/kWh lag. Zum anderen sollen die Einspeisetarife in den nächsten Jahren nicht weiter fallen, sondern nur entsprechend der Inflationsrate bereinigt werden. Deshalb stehen französische Solarstromerzeuger bislang weniger unter Druck, die Produktionskosten zu senken als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen.

Zur Zukunft des PV-Marktes sagt Anton Milner, Chief Executive Officer der Q-Cells SE, Bitterfeld-Wolfen: „Ein nahezu unbegrenzter, selbst tragender Photovoltaik Markt ist keine ferne Utopie. Eine stetig wachsende Nachfrage vorausgesetzt, können langfristige Kostenreduzierungen der Photovoltaik Produzenten bei gleichzeitig steigenden Preisen für konventionellen Strom die traditionelle Energiewirtschaft schon sehr bald vor enorme Herausforderungen stellen.“ 

Die vielen Faktoren, die bewirken, dass die Kosten von Strom aus Photovoltaik Anlagen das Niveau konventionell erzeugten Stroms erreichen, beleuchtet Shyam Mehta, Senior Analyst, Global Solar Markets des Marktforschungsunternehmens Greentech Media in einem Vortrag auf dem PV Industry Forum am 25. Mai 2009. Im Anschluss an zwei weitere Impulsvorträge von Anton Milner und Eddy Blokken, Direktor für Technologie und Standards beim internationalen Halbleiterverband SEMI, folgt eine Podiumsdiskussion, die den ersten Kongresstag abschließt.

Am folgenden Tag stehen die Technologien auf dem Programm, die die Erreichung der Netzparität ermöglichen. Ein Schwerpunkt werden neu in das Programm des PV Industry Forums aufgenommene Vorträge zu Wechselrichtertechnologien und -konzepten sein, die den Themenblock Großanlagen abrunden. Mit dem umfangreichen Programm bereichert das PV Industry Forum im Jahr 2009 bereits zum fünften Mal das Rahmenprogramm der Intersolar, der weltweit größten internationalen Fachmesse für Solartechnik. 

Das PV Industry Forum findet am 25. und 26. Mai 2009 im Internationalen Congress Center in München statt. 850 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf dem zweitägigen Event erwartet. eitere Informationen zum PV Industry Forum und zur Intersolar 2009 unter www.pvindustry.de und www.intersolar.de

Quelle: Solar Promotion GmbH


  

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