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01.04.2008

Q-Cells ist jetzt die Nummer Eins

Mit einem Produktionsvolumen von 389,2 MWp ist die Q-Cells AG (Bitterfeld-Wolfen) im vergangenen Jahr zum weltweit größten Solarzellen Hersteller aufgestiegen. Bei der Bilanzpressekonferenz am 27. März 2008 bestätigte das Unternehmen die vorläufigen Geschäftszahlen für 2007. Demnach stieg der Umsatz um 59 Prozent auf 858,9 Millionen Euro (539,5 Millionen Euro). Auch für die kommenden Jahre erwartet der Fotovoltaik Konzern aufgrund vertraglich gesicherter Siliziumlieferungen und durch den Aufbau einer Ingotfertigung am Standort Malaysia ein überproportionales Wachstum. Entsprechend wurden bereits jetzt die Prognosen für 2008 und 2009 angehoben.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs 2007 um 52 Prozent auf 197,0 Millionen Euro (129,4 Millionen Euro). Die EBIT-Marge konnte mit 23 Prozent auf dem hohen Niveau des Vorjahrs gehalten werden, so das Unternehmen in einer entsprechenden Mitteilung. Der Jahresüberschuss ohne den Ergebnisbeitrag aus der Beteiligung an der Renewable Energy Corporation ASA (REC) belief sich auf 127,2 Millionen Euro (87,7 Millionen Euro). Insgesamt betrug der Jahresüberschuss im Jahr 2007 148,4 Millionen Euro, er liegt damit rund 69 Prozent über dem Wert des Vorjahres, so das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung.

Die Q-Cells AG und die kanadische Bécancour Silicon Inc. (BSI) haben einen Vertrag über die Lieferung von Solarsilizium unterzeichnet. BSI ist eine 100prozentige Tochter der Timminco Ltd, eines der weltweit führenden Spezialisten für Spezial- und Leichtmetalle. Der Vertrag umfasst Lieferungen von 410 Tonnen für 2008 und 3.000 Tonnen im Jahr 2009 zu festgelegten Preisen. Die Lieferungen beginnen unverzüglich, meldet Q-Cells.

Bis Ende Juli 2008 planen die Partner einen weiteren Vertrag für die Folgejahre 2010 bis 2013 über Lieferungen von bis zu 6.000 Tonnen jährlich abschließen. Die Preise für diese weiteren Mengen werden nach Angaben der Q-Cells abhängig vom Marktumfeld verhandelt. Mit diesem Vertrag wird Q-Cells der größte Kunde der BSI für Solarsilizium. BSI hat ein eigenes Verfahren entwickelt, um metallurgisches Silizium zu reinigen und so für die Herstellung von Solarzellen nutzbar zu machen. In umfangreichen Tests habe Q-Cells mit dem nicht gemischten BSI-Material sehr gute Ergebnisse in der Zellfertigung erreicht, teilt das Unternehmen mit.

Auf der Basis der vertraglich gesicherten Siliziumlieferungen, vor allem angesichts des neuen Liefervertrags mit BSI, hat Q-Cells beschlossen, am neuen Produktionsstandort in Malaysia eine eigene Waferfertigung in den Produktionskomplex für Solarzellen zu integrieren, der im Jahr 2008 errichtet wird. Die Produktionskapazität entspricht derjenigen der Zellfertigung und wird in der ersten Ausbaustufe bei mehr als 300 MWp liegen.

Neben dem Ausbau der Waferfertigung beginnt Q-Cells mit der Produktion von Siliziumblöcken, aus denen die Wafer gesägt werden, den so genannten Ingots. Am Standort Bitterfeld-Wolfen baut das Unternehmen dafür ein Kompetenzzentrum auf, um in einer Versuchsanlage weitere Erfahrungen mit dem Herstellungsprozess zu sammeln.

Am Standort Malaysia wird Q-Cells dann eine Ingotfertigung aufbauen und in den dortigen Produktionskomplex integrieren. Die Kapazität wird derjenigen der Zellfertigungentsprechen und soll über mehrere Ausbauphasen mehr als 300 MWp erreichen. Die Entscheidung über den Einstieg in die Ingot-Herstellung wurde vor dem Hintergrund der umfangreichen Lieferverträge für metallurgisches Silizium getroffen, unter anderem mit BSI/Timminco.

Die Sontor GmbH, eine 100prozentige Tochtergesellschaft der Q-Cells AG, wird ihre Produktionskapazitäten für mikromorphe Dünnschicht-Solarmodule in einem ersten Expansionsschritt um 60 MWp erweitern. Gegenwärtig errichtet Sontor in Bitterfeld-Wolfen eine erste Fabrik mit einer Kapazität von 25 MWp. In der neuen Fabrik, die die Gesamtkapazität auf 85 MWp erweitern wird, soll Ende des zweiten Quartals 2009 die Ramp-Up-Phase beginnen.

Um bestehende und zukünftige Absatzmärkte noch besser zu verstehen und zu erschließen, hat die Q-Cells AG im Jahr 2007 die Q-Cells International GmbH mit Sitz in Bitterfeld-Wolfen gegründet. Diese 100prozentige Tochtergesellschaft wird als Entwickler von großen Freiflächen- und Auf-Dach-Anlagen tätig werden. Hierzu wird die Q-Cells International im Wesentlichen auf die Dünnschicht-Modulproduktion der Q-Cells-Tochtergesellschaften zurückgreifen. Ein erstes Projekt in Sachsen-Anhalt ist bereits in der Umsetzung. Für das laufende Jahr 2008 erwartet Q-Cells durch die Tätigkeit der Q-Cells International einen Umsatzbeitrag von 25 Millionen Euro nach Konsolidierung, im Jahr 2009 sollen es 50 Millionen Euro nach Konsolidierung werden.

Auf Basis der für das laufende Jahr durch den Vertrag mit BSI zusätzlich abgesichterten Siliziummengen rechnet die Q-Cells AG nun für das Jahr 2008 mit einer Produktionsmenge von 570 MWp im Kerngeschäft, der Herstellung kristalliner Solarzellen (bislang 540 MWp). Insgesamt – also einschließlich der Produktion aller Dünnschichtbeteiligungen – wird die Q-Cells AG voraussichtlich eine Gesamtproduktion von 595 bis 620 MWp erreichen. Für das Gesamtjahr 2008 erwartet das Unternehmen einen Gesamtumsatz von zirka 1,275 Milliarden Euro (bisher zirka 1,2 Milliarden Euro) sowie eine EBIT Marge von rund 20 Prozent.

Vor Berücksichtigung des REC-Ergebnisbeitrages strebt das Unternehmen 2008 eine Umsatzrendite von 14 Prozent an. Von der Gesamtleistung werden zirka 60 Prozent in der zweiten Jahreshälfte produziert werden. Die Gründe dafür lägen in der Verfügbarkeit zusätzlicher Kapazitäten sowohl im Kerngeschäft als auch im Dünnschichtbereich ab der Jahresmitte sowie in planmäßigen Optimierungsmaßnahmen in den Produktionslinien I bis IV in der ersten Jahreshälfte, so Q-Cells.

Für das Jahr 2009 erwartet Q-Cells nun einen Umsatz von mehr als 2 Milliarden Euro (bislang 1,7 Milliarden Euro). Die Produktion an kristallinen Solarzellen wird im Jahr 2010 voraussichtlich mehr als 1,5 GWp betragen. Bislang war Q-Cells von einer Produktion von mehr als 1 GWp ausgegangen. Zusätzlich strebt Q-Cells unverändert eine Produktion an Dünnschichtmodulen von 400 bis 600 MWp an.

Quelle: Q-Cells AG

  

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