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31.03.2008

Oerlikon systematisiert Suche nach nächstem Megatrend

Möglichst frühzeitig kommende Megatrends aufzuspüren, um bahnbrechende Innovationen systematisch zu erarbeiten – so lautet die Zielsetzung, die den Oerlikon-Konzern (Pfäffikon/Schweiz) zur Neuausrichtung seiner Forschung & Entwicklung sowie zur Gründung eines hochrangig besetzten Scientific Advisory Boards (SAB) veranlasst haben. „Wir legen jetzt die Grundlagen, um Erfolge wie mit unserer Dünnschicht-Solartechnik zu systematisieren“, sagt Dr. Uwe Krüger, CEO von Oerlikon. „Vielleicht können wir in fünf Jahren Clean-Tech-Lösungen bereitstellen, die CVD-Beschichtungen und Nano-Textilfasern zur Grundlage haben oder die Fotovoltaik Elemente aus organischen Materialien produzieren.“

Die Entwicklung umweltfreundlicher Technologien (Clean Technologies) sowie eine intensivere Anwendung von Nanotechnologie bilden bei der Neuausrichtung wichtige Forschungsschwerpunkte, heißt es in einer Pressemitteilung. Das SAB unter der Leitung von Prof. Dr. Werner Martienssen von der Universität Frankfurt am Main steht CEO Dr. Uwe Krüger und Executive Vice President R&D Dr. Andreas Widl ab sofort in wichtigen technologischen Fragen beratend zur Seite und vernetzt Oerlikon in die internationale Spitzenforschung. 

Bereits heute zählt der Oerlikon Konzern eigenen Angaben zufolge zu den forschungsintensiven Industriekonzernen der Welt. Die Investitionen in F&E betrugen 2007 mehr als 250 Millionen Schweizer Franken, was einer Umsatzquote von 4,7 Prozent entspreche. Rund 1.500 Wissenschaftler/innen und Ingenieur/innen arbeiten bei Oerlikon an den Produkten von morgen, die Anzahl der angemeldeten Patentfamilien wuchs allein in 2007 um 25 Prozent. Im Vergleich zu international renommierten Unternehmen nehme Oerlikon damit eine Spitzenposition ein und investiere in die Zukunft mehr als doppelt so viel wie der weltweite Durchschnitt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. 

In allen Segmenten nimmt Oerlikon eigenen Angaben zufolge heute eine technologisch führende Rolle ein, egal ob mit revolutionären Solarmodulen aus Dünnschicht-Silizium, mit Beschichtungstechnologien wie P3eTM, vollkommen neu entwickelten Wire Bondern für die Weiterverarbeitung von Halbleiterbauelementen, unterbrechungsfreien Doppelkupplungsgetrieben oder integrierten Textilmaschinen für die Herstellung von Vliesstoffen. „Unser profitables Wachstum beruht im Kern auf bahnbrechende Innovationen - Oerlikon hat die einmalige Fähigkeit, sich immer wieder selbst neu zu erfinden“, so CEO Uwe Krüger, selbst promovierter Physiker. 

Bislang konzentrierten sich die F&E-Bestrebungen von Oerlikon auf produktnahe Tätigkeiten. Rund 95 Prozent aller Ressourcen fließen nach Unternehmensangaben heute in diesen Bereich. Auch die Vernetzung in die weltweit führende Wissenschaftsszene sei in den vergangenen Jahren nicht systematisch betrieben worden. „Beide Aspekte haben uns jetzt bewogen, das Scientific Advisory Board ins Leben zu rufen und unser Innovationsmanagement langfristiger, thematisch breiter und effizienter auszurichten“, so EVP Dr. Andreas Widl. 

„Wir erweitern sowohl zeitlich als auch inhaltlich unseren Horizont, um jetzt die Technologien und Produkte zu entwickeln, mit denen wir in den kommenden Jahren ganz neue Märkte und Anwendungen eröffnen“, so Widl weiter. Zudem soll durch die zentrale Koordination der Konzern-Forschung das immense Synergiepotenzial in diesem Bereich noch besser erschlossen werden. „Wir haben viele Ansatzpunkte, die interne Kooperation im Bereich F&E über die bereits bestehende gemeinsame Produktentwicklung auszubauen“, so Widl. 

Denn die zentralen Technologie- und Kompetenzfelder bildeten eine Klammer um die 14 Business Units von Oerlikon, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Egal ob Textilmaschinen, Dünnschichtsolar, Vakuumpumpen, Beschichtung oder Getriebe: überall spielten Oberflächen, Grenzflächeneffekte, funktionale Werkstoffe und ingenieurtechnische Systemlösungen eine entscheidende Rolle. 

Eine immer grössere Bedeutung erlange dabei die Nanotechnologie, die sich als neue Querschnittsdisziplin bei Oerlikon etabliere. Erste Versuche, mit Nanopartikeln Textilfasern gezielt mit Funktionen zu versehen - z.B. elektrische Leitfähigkeit, Schutz vor UV-Strahlen, Flammschutz - sind äußert vielversprechend. „Wir setzen auf Nanotechnologie und wollen die Möglichkeiten dieser faszinierenden Disziplin voll ausschöpfen“, sagt Oerlikon CEO Krüger. 

Gerade hier zeige sich, welche neuen Chancen sich Oerlikon durch eine systematische und koordinierte Forschung der verschiedenen Geschäftsfelder bieten. So ist es nach Ansicht der Oerlikon prinzipiell denkbar, mit speziellen Nanopartikeln Textilien herzustellen, die am Körper als Sensoren fungieren (Stichwort Smart Textiles), was zu vollkommen neuen Anwendungen führen würde. Kostengünstige Solarmodule auf flexiblen Substraten: das könnte der Nutzung der umweltfreundlichen Sonnenenergie einen weiteren Schub verleihen. 

Auch die Verfahren der Energiespeicherung und des Energietransports werden mit Hilfe von Nanotechnologie revolutioniert. „Als Technologie- und Marktführer für die leistungsfähigsten Oberflächen-beschichtungs-Verfahren ist Oerlikon in einer einmaligen Position, mit langfristig angelegten F&E-Projekten solchen vollkommen neuen Lösungen nachzuspüren und im Erfolgsfall damit ganz neue Märkte zu erschließen“, so Krüger. 

Um möglichst schnell, effizient und zielgerichtet zu solchen technologischen Quantensprüngen zu gelangen und sie erfolgreich zu vermarkten, gehe Oerlikon künftig neue Wege der Kooperation. Erstens wird die Zusammenarbeit mit führenden wissenschaftlichen Einrichtungen verstärkt; zweitens wird Oerlikon mit Seed- und Start-up-Unternehmen enge Partnerschaften bis hin zu Joint-Ventures eingehen. 

Für den Aufbau eines weltweiten Wissensnetzwerkes sei die Gründung des Scientific Advisory Boards (SAB) der entscheidende Schritt. „Das SAB wird einen ganz aktiven Beitrag leisten und sein Know-how einbringen, damit Oerlikon auch in den nächsten fünf Jahren mit bahnbrechenden Innovationen aufwarten kann“, sagt der SAB-Vorsitzende Prof. Werner Martienssen. 

Quelle: OC Oerlikon Management AG

  

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