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06.06.2007

„Deutschland bewirbt sich um die Spitzenposition bei den Erneuerbaren Energien“

Diese Woche nimmt das Renewable Energy Magazine (REM) den Erneuerbare Energien-Markt in Deutschland und seinen Aussichten für die kommenden Jahren unter die Lupe. „Deutschland hat immer eine große und manchmal sogar dominante Rolle in Europa gespielt“, so das Magazin in seiner Begründung der Aktion. Derzeit richte das Land seinen Blick stark auf die Rolle, die Erneuerbare Energien in Zukunft spielen sollen.

„Die deutsche Regierung initiiert derzeit viele Reformen, die die Unterstützung und Entwicklung von alternativen Energiequellen zum Ziel haben, um Deutschlands Unabhängigkeit von Energieimporten zu sichern,“ hält das REM fest. Aufgrund nur geringer eigener Ressourcen zum Beispiel in der Nordsee und in Norddeutschland sei Deutschland noch nie in der Lage gewesen, seine Energieversorgung selbst abzudecken. Zusammen mit Frankreich und Großbritannien habe Deutschland lange die Atomkraft favorisiert. Dazu hätten „ungeheure“ Mengen an Kohle aus dem Ruhrgebiet den „industriellen Schmelztiegel Deutschland“ unterstützt.

Ein bedeutender Faktor im deutschen Energiehunger seien „the Autobahn“ und die Weltklasse-Autos, die reihenweise von den deutschen Fließbändern rollten, so das Magazin weiter. Seine Lage im Zentrum Europas mache Deutschland zu einem Dreh- und Angelpunkt für Millionen von Tonnen an Gütern jedes Jahr und damit zu einem „big player“ auf dem Energiemarkt. Doch diese Rolle des „players“ sei zuletzt mehr und mehr die eines Käufers und Verbrauchers von Energie geworden. Deshalb würde man bereits über eine unterirdische Pipeline direkt von Russland nach Deutschland nachdenken. So könnte Deutschland auch zukünftig seinen Hunger auf „Gazprom’s Gasversorgung“ stillen.

„Die letzte Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder hat im Hinblick auf eine zukünftige Energiepolitik recht wenig fertig gebracht“, bilanziert das Renewable Energy magazine. „So ziemlich die einzige große Entscheidung der rot-grünen Koalition in dieser Hinsicht war der stufenweise Ausstieg aus der Atomenergie.“ Darüberhinaus habe es wenig Pläne für die Zukunft der Energie in Deutschland gegeben.

Nach wie vor werde Energie hauptsächlich aus einem Mix aus Kohle, Gas und Atomkraft gewonnen. „Die Energiesituation in Deutschland ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie ein hochentwickeltes Land in den 1960er Jahren Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung erlebte und dann einfach so weitermachte mit seinem hohen Güter- und Energieverbrauch.“

In Deutschland seien 2005 4,6 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs von erneuerbaren Energien erzeugt worden. Im Jahr 2006 sei diese Zahl gerade mal um 0,6 Prozent auf 5,3 Prozent (gerundet) angestiegen. Von den 616.000 Gigawattstunden Verbrauch im Jahr 2006 gingen 72.688 auf das Konto der erneuerbaren Energien. Den größten Anteil an alternativen oder erneuerbaren Energien hätten derzeit in Deutschland die Windkraft, Biomasse und Wasserstoff. Auch Solarenergie würde sich durchaus zunehmender Beliebtheit erfreuen, nähme aber noch einen geringeren Anteil ein (unter 1 Prozent aller erneuerbaren Energien in Deutschland), so REM.

Die neue Koalitionsregierung in Deutschland strebe jetzt allerdings – auch im Rahmen ihrer EU-Präsidentschaft und des G8-Gipfels – eine anspruchsvolle Agenda auch auf internationaler Ebene an. Zuvor habe man zuhause entsprechend anspruchsvolle Ziele formuliert. „Bundeskanzlerin Angela Merkel ist bestrebt, so schnell wie möglich zu Zielvereinbarungen zu den Themen Klimawandel CO2 Emissionen und Erneuerbare Energien zu kommen“, kommentiert REM.

In Kombination mit Deutschlands hoch entwickelter Technologie und entsprechendem Wissen habe dies zu hohen Investitionen in Erneuerbare Energien sowohl innerhalb Deutschlands als auch im Ausland geführt. Ergänzt werde dies von einer „sprießenden“ Erneuerbare Energien-Wirtschaft, die überall in Deutschland Solarzellen Windräder und jede Menge anderer Erneuerbare Energien-Produkte in hoher Qualtität herstelle. Allein die Solarindustrie hätte 2005 3,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und 42.500 Arbeitnehmer beschäftigt, so REM. 

„Zusammen mit Spanien, einem weiteren Führer dieser Industrie, bewirbt sich Deutschland hartnäckig für die weltweite Spitzenposition unter den Erzeugern erneuerbarer Energien“, schließt das Renewable Energy magazine den ersten von vier Teilen seiner Serie zur Lage der Erneuerbaren Energien in Deutschland.

Quelle: Renewable Energy magazine (www.renewableenergymagazine.com)


  

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