Im solarportal24-Linkverzeichnis finden Sie schnell, einfach und kostenlos kompetente Ansprechpartner/innen für Ihre Fragen rund ums Thema Solarenergie, Erneuerbare Energien und mehr.
Architekten (22)
Berater (61)
Energieagenturen (9)
Finanzierung (17)
Forschung & Entwicklung (3)
Fort- und Weiterbildung (3)
Großhändler (54)
Handwerker (207)
Händler (69)
Komplettlösungen (22)
Medien (7)
Montagegestelle (7)
Planer (42)
private Solarseiten (15)
Solarhersteller (64)
Solarversicherungen (15)
Verbände/Vereine (13)
Versandhandel (15)
Ökologisch Bauen (12)
Mitmachen
Login / Eintrag ändern


Zurück zu den Nachrichten... Diesen Artikel ausdrucken
03.05.2007

Erneuerbare Energien rechnen sich

Elektrizität aus Stein- und Braunkohle verursacht Umweltkosten in Höhe von sechs bis neun Eurocents pro Kilowattstunde, Strom aus erneuerbaren Energien im Mittel dagegen von deutlich unter einem Eurocent. Das hat das Umweltbundesamt (UBA) errechnet. „Dies zeigt: Die Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland ist volkswirtschaftlich vernünftig“, so UBA-Präsident Andreas Troge. Doch wie können die Kosten – auch die, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind – realistisch berechnet werden? Das UBA schlägt dazu eine einheitliche „Methodenkonvention zur Schätzung externer Umweltkosten“ vor.

Der Verzehr an unserer Umwelt hat einen Preis: Ob Luftschadstoffe der Industrie, Treibhausgase aus der Energieerzeugung oder gesundheitsschädlicher Feinstaub aus Autos und Lkw – was die menschliche Gesundheit und Umwelt belastet, verursacht Kosten für unsere Gesellschaft. Kosten, für die oft nicht die Verursacher, sondern die Allgemeinheit aufkommen muss. Aber: Woher wissen Umweltschützer, wie viel jede Tonne Kohlendioxid oder andere Luftschadstoffe die Volkswirtschaft kosten? Woher weiß die Politik, ob es sich lohnt, klimafreundliche erneuerbare Energien zu fördern?

Mit der neuen „Methodenkonvention zur Schätzung externer Umweltkosten“ des Umweltbundesamtes (UBA) lassen sich externe Umweltkosten anhand einheitlicher und transparenter Kriterien besser bewerten. „Die Umweltpolitik muss sich heute mehr als früher mit wirtschaftlichen Fragen auseinandersetzen“, sagte Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. „Die verlässliche Schätzung externer Kosten ist wichtig: Sie hilft uns, Umweltkosten den Verursachern anzulasten – Preise können so besser die ökologische Wahrheit widerspiegeln.“

Externe Umweltkosten – das heißt, die durch Umweltschutzmaßnahmen vermeidbaren Umweltkosten – sind ein wichtiger Indikator für die Umweltpolitik: Sie zeigen in Geldeinheiten ausgedrückt, was Umweltschutz „bringt“. Der Nutzen des Umweltschutzes lässt sich so mit den Kosten für den Umweltschutz vergleichen; letztere dominieren oft die öffentlichen Diskussionen. Analysen externer Kosten helfen auch, die Höhe umweltbezogener Abgaben und Subventionen fachlich zu untermauern.

Die „Methodenkonvention“ schlägt ein einheitliches Vorgehen vor, um externe Kosten zu berechnen und empfiehlt für wichtige Schadenskategorien – wie Klimafolgeschäden und Schäden durch Luftschadstoffe wie Feinstaub – einheitliche Kostensätze. Umweltökonomische Bewertungen werden so transparenter und konsistenter. Die Methodenkonvention soll künftig bei allen Studien des UBA verwendet werden.

Für die Energieerzeugung berechnete das UBA beispielhaft externe Kosten: Es zeigte sich, dass die externen Kosten der Stromerzeugung aus Stein- und Braunkohle in der Größenordnung von 6 bis 9 Cent pro Kilowattstunde (KWh) liegen. Für den durchschnittlichen, derzeitigen Stromerzeugungsmix in Deutschland betragen die externen Kosten knapp 6 Cent pro KWh. Die externen Kosten für Strom aus erneuerbaren Energien liegen im Mittel deutlich unter einem Cent pro KWh. Dies zeigt: Die Förderung der erneuerbaren Energien in Deutschland ist volkswirtschaftlich vernünftig. Im Jahr 2006 kostete die Förderung der erneuerbaren Energien über das EEG nach vorläufigen Angaben 3,2 Milliarden Euro. Dem standen jedoch vermiedene Umwelt- und Gesundheitskosten in Höhe von mindestens 3,4 Milliarden Euro gegenüber.

Für den Straßenverkehr ergaben UBA-Rechnungen, dass ein Personenkraftwagen in Deutschland im Schnitt knapp drei Cent pro gefahrenen Kilometer an Folgekosten für Umwelt und Gesundheit verursacht – vor allem aus der Emission von Luftschadstoffen und Treibhausgasen. Für ein Auto mit einer Gesamtfahrleistung von 100.000 Kilometer, kommen so externe Kosten von 3.000 Euro zusammen. Bei einem LKW addieren sich die Kosten auf 17 Cent pro Kilometer. Lastete man auch diese Kosten an, so wäre mindestens eine Verdopplung der LKW Maut von derzeit 12,5 Cent auf 25 Cent gerechtfertigt.

Die Internalisierung der externen Kosten von Auto und Lkw kann nicht nur über Abgaben – etwa eine erhöhte Ökosteuer –, sondern auch über Ordnungsrecht erfolgen. So dürfte der Staat beispielsweise strengere Emissionsgrenzwerte für Fahrzeuge festlegen oder die Hersteller verpflichten, Partikelfilter gegen den gesundheitsschädlichen Feinstaub einzubauen. Den dazu erforderlichen Investitionen oder laufenden Ausgaben stehen die Nutzen für Umwelt und Gesundheit gegenüber. Im Autobeispiel wären pro Fahrzeug bis zu 3.000 Euro an Investitionen für mehr Umweltschutz gesamtwirtschaftlich gesehen vertretbar.

Mehr Infos gibt es im Hintergrundpapier „Externe Kosten kennen – Umwelt besser schützen“ 

Die „Methodenkonvention zur Schätzung externer Umweltkosten“ finden Sie hier.

Infos zum Forschungsprojekt unter „Möglichkeiten der Berücksichtigung externer Umweltkosten bei Wirtschaftlichkeitsrechungen öffentlicher Investitionen“ 

Quelle: Umweltbundesamt (UBA), Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)


  

Vorheriger Artikel:
Klimaschutz notfalls auch im nationalen Alleingang
Nächster Artikel:
SMA Technologie AG beliefert derzeit größtes Fotovoltaik-Kraftwerk der Welt

Newsarchiv

Mai 2019 April 2019 März 2019 Februar 2019 Januar 2019 Dezember 2018 November 2018 Oktober 2018 September 2018 August 2018 Juli 2018 Juni 2018 Mai 2018 April 2018 März 2018 Februar 2018 Januar 2018 Dezember 2017 November 2017 Oktober 2017 September 2017 August 2017 Juli 2017 Juni 2017 Mai 2017 April 2017 März 2017 Februar 2017 Januar 2017 Dezember 2016 November 2016 Oktober 2016 September 2016 August 2016 Juli 2016 Juni 2016 Mai 2016 April 2016 März 2016 Februar 2016 Januar 2016 Dezember 2015 November 2015 Oktober 2015 September 2015 August 2015 Juli 2015 Juni 2015 Mai 2015 April 2015 März 2015 Februar 2015 Januar 2015 Dezember 2014 November 2014 Oktober 2014 September 2014 August 2014 Juli 2014 Juni 2014 Mai 2014
 



  solarportal24.de Impressum | Neue Einträge | Top Links | Top Partner | 19.01.2022 04:52
                                                                 News_V2