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05.07.2012

Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien unverzichtbar

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller hat sich heute in Stuttgart klar für die Beibehaltung des Einspeisevorrangs der Erneuerbaren Energien ausgesprochen. Versuche zum Beispiel von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, am Einspeisevorrang zu rütteln, widersprächen dem gerade erst gefundenen Kompromiss zur Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und seien sowohl politisch als auch wirtschaftlich höchst unklug.

Untersteller sagte, er sei irritiert, dass der Kompromiss zum EEG bei dem ausdrücklich der Einspeisevorrang bestätigt worden sei, umgehend vom Bundeswirtschaftsminister in Frage gestellt worden sei. Umso mehr, als Röslers Staatssekretär die Entscheidung persönlich mitgetragen habe. „Offenbar will Rösler mit seinen Äußerungen den Energieversorgern Zucker geben, die sich Sorgen um die Wirtschaftlichkeit ihrer fossilen Kraftwerke machen“, sagte Untersteller.

In der Tat, erläuterte der Minister, sei die Einspeisung erneuerbarer Energien nicht ohne Folgen für Bestandskraftwerke im Kohle oder Gasbetrieb. Dafür sei aber nicht der Einspeisevorrang verantwortlich, sondern der Merit-Order-Effekt an der Strombörse in Leipzig. Merit-Order bedeute, dass sich Kraftwerke in der Reihenfolge ihrer Grenzkostenhöhe, das sind vor allem Beschaffungskosten für Rohstoffe, preisbildend ins Börsengeschehen einbringen. Das zuletzt zur Befriedigung der Strom Nachfrage zugeschaltete Kraftwerk habe die höchsten Grenzkosten und bestimme damit den Börsenpreis, so Untersteller.

„Weil nun Wind- und Photovoltaik Anlagen praktisch keine Grenzkosten haben, drängen sie fossile Kraftwerke in einer Merit-Order aus dem Wettbewerb – je mehr erneuerbaren Strom es gibt, an sonnenreichen Tagen etwa, desto weniger fossile Kraftwerke müssen laufen. Das gilt auch ohne Einspeisevorrang, es sei denn man setzt die Merit-Order-Regeln und damit den Markt außer Kraft, um bewusst konventionelle Kraftwerke zu bevorzugen. Der Einspeisevorrang sorgt dafür, dass alle Bestrebungen dieser Art zum Scheitern verurteilt sind. Deshalb ist er nötig.“

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

  

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