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17.06.2009

Operation Wüstenstrom: 400 Milliarden Euro für Solarstrom aus Afrika

Greenpeace nennt es „eine der klügsten Antworten auf die globalen Umwelt- und Wirtschaftsprobleme dieser Zeit.“ 20 deutsche Konzerne, darunter die Münchener Rück, Siemens, die Deutsche Bank und RWE, wollen sich Mitte Juli zu einem Konsortium zusammenschließen, um den Umbau der Energieversorgung in Europa voranzutreiben. Rund 400 Milliarden Euro sollen bis 2050 in den Bau riesiger Solarkraftwerke und Versorgungsleitungen von Afrika nach Europa investiert werden, um das ungeheure Energiepotenzial in den Wüsten südlich des Mittelmeeres zu erschließen.

Zusammen mit führenden Großkonzernen aus Europa und dem Mittelmeerraum will die Desertec Industrial Initiative (DII) den Umbau der Energieversorgung vorantreiben. Die zentrale Idee des Desertec Konzeptes, dass die Wüsten der Erde in weniger als sechs Stunden soviel Energie von der Sonne empfangen, wie die Menschheit in einem Jahr verbraucht, ist dabei die Grundlage sämtlicher Initiativen.

Kerngedanke von DII ist, dass bei jeder Investition zur Energie-Gewinnung ein enormer finanzieller Aufwand betrieben wird - ganz gleich welche Kraftwerke konzipiert, gebaut und betrieben werden müssen. Diese direkt, sauber und nachhaltig zu konzipieren ohne die folgenden Generationen zu belasten, sollte unser höchstes Anliegen sein, so die Desertec Foundation. Dass dies möglich sei, zeigten die Studien des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Thema Wüstenstrom.

Friedrich Führ, Vorstand der Desertec Foundation: „Das Desertec Konzept ist der beste Inhalt für aktuelle Konjunkturprogramme. Es fördert die Industrie, weil es zusätzlich zu privaten Investitionen in regenerative Energien investiert. Dabei subventioniert es keine überholten Technologien, sondern investiert in die Zukunft und begegnet wirksam zentralen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte: Energiemangel, Wassermangel, Nahrungsmittelknappheit und die drastische Reduktion des CO2-Ausstosses. Für die Regionen in Nordafrika und im Nahen Osten verspricht dies einen Beschleunigung der Industrialisierung, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Produktion von sauberem Strom und genügend Energie für die Meerwasserentsalzung für die stark wachsende Bevölkerung. Hierzu müssen die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen und bestehende Barrieren beseitigt werden.“

Das Projekt gilt laut „Süddeutscher Zeitung“ (SZ) als eine der größten privaten Ökostrom Initiativen aller Zeiten. Trotz Wirtschaftskrise will das Konsortium damit den Kampf gegen den Klimawandel vorantreiben und sich weltweit an die Spitze der grünen Technologie stellen. Das Milliardenprojekt Desertec solle vor allem beweisen, dass sich Strom auf diese Weise auch wirtschaftlich produzieren lässt.

An der Spitze der Gruppe steht der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück. „Wir wollen eine Initiative gründen, um in den nächsten zwei bis drei Jahren konkrete Umsetzungspläne auf den Tisch zu legen“, sagte Vorstand Torsten Jeworrek der Zeitung. Bereits am 13. Juli kommen die Firmen demnach zur konstituierenden Sitzung in München zusammen.

Noch hält der Konzern die Teilnehmerliste unter Verschluss. Angehören wollen der Gruppe der Kraftwerksbauer laut „SZ“ jedoch Siemens, Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE und die Deutsche Bank. Auch Bundesministerien und der Club of Rome sollen bei der Gründung mit am Tisch sitzen. Dieser Zusammenschluss führender Wissenschaftler, Politiker und Manager verfolgt die Idee afrikanischen Solarstroms schon seit Jahren. Bislang aber ließ sich kein Großprojekt in Afrika realisieren. Mittelfristig sollen auch europäische und nordafrikanische Partner für das ehrgeizige Projekt gewonnen werden.

Mit dem Milliardenprojekt wollen die Unterzeichner das ungeheure Energiepotenzial in den Wüsten südlich des Mittelmeeres erschließen. Denkbar seien Solarkraftwerke an mehreren Standorten in Nordafrika, erklärte Jeworrek. Wichtigstes Kriterium: Die Anlagen müssen in politisch stabilen Ländern stehen. „Technisch ist das Projekt realisierbar“, sagte Jeworrek. In der kalifornischen Mojave-Wüste und in Spanien gebe es bereits erste Anlagen. Die Kraftwerke bündeln über Spiegel Sonnenlicht, erhitzen Spezialöl und wandeln dessen Wärme in Wasserdampf für den Antrieb von Turbinen um. Damit unterscheiden sie sich von Photovoltaik Anlagen, die Strom direkt produzieren.

Das energiepolitische Ziel des Konsortiums ist hoch gesteckt. Über Desertec ließen sich beim geplanten Investitionsvolumen etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung decken, glaubt Jeworrek. Das Projekt soll sich seinen Angaben zufolge langfristig selbst tragen. „Es braucht natürlich am Anfang eine gewisse Investitionssicherheit, zum Beispiel eine Abnahmegarantie zu einem bestimmten Preis“, sagte Jeworrek. Der Strom dürfe aber nicht dauerhaft subventioniert werden. Wettbewerbsfähig soll Desertec demnach in zehn bis 15 Jahren sein.

Der Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling begrüßt die Initiative als „eine der klügsten Antworten auf die globalen Umwelt- und Wirtschaftsprobleme dieser Zeit. Solarthermische Kraftwerke können zukünftig dreimal mehr Strom produzieren als alle Atomkraftwerke weltweit. Und dies sauber, sicher und ohne Folgekosten.“ Bis 2050 könnten Solarkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 1.500 Gigawatt installierter Leistung bis zu 7.800 Terrawattstunden Strom produzieren, so Greenpeace. Zum Vergleich: Im Jahr 2007 haben alle 439 Atomkraftwerke der Welt gemeinsam 2.600 Terrawattstunden Strom erzeugt.

Die Greenpeace-Studie Globaler Ausblick auf die Entwicklung solarthermischer Kraftwerke 2009 zeigt zudem, dass solarthermische Kraftwerke bis 2050 den Ausstoß von 4,7 Milliarden Tonnen klimaschädlichen Kohlenstoffdioxides verhindern könnten. Diese Einsparung entspricht dem sechsfachen Volumen des derzeitigen CO2-Ausstoßes in Deutschland. Für die Weltwirtschaft wäre die Technologie ein Konjunkturmotor: 15 Milliarden Euro könnten pro Jahr an zusätzlichen Investitionen ausgelöst und damit bis 2050 über zwei Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Bereits 2020 könnte die Zahl neu geschaffener Arbeitsplätze auf mehr als 200.000 steigen. 

Quelle: DESERTEC Foundation, Süddeutsche Zeitung, verivox, Greenpeace


  

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