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12.08.2008

„Billigen“ Strom aus Kernenergie gibt es nicht

„Die Atomenergie steht ungerechtfertigt im Ruf günstigen Strom zu produzieren“, so der Bundesverband christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK). Bei der lediglich betriebswirtschaftlichen Rentabilitätsberechnung des Kernkraftstroms fehlten mehrere entscheidende Kostenblöcke, die als betriebsexterne Kosten für die Gesamtheit der deutschen Volkswirtschaft anfallen. Schon 1992 hätte eine Studie der Prognos AG ergeben, dass bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom umgerechnet schon damals zirka 2 Euro betragen hat.

Die Befürworter der Kernenergie und damit eines Endlagers Gorleben behaupten oft, der Kernkraftstrom sei preiswerter im Vergleich zu anderen, insbesondere erneuerbaren Energien. „Betriebswirtschaftlich trifft dies sicherlich zu. Da die Kernkraftwerke inzwischen wohl größtenteils abgeschrieben sein dürften, rechnet sich dies betriebswirtschaftlich sogar sehr gut“, so der CDAK weiter.

In Wahrheit handele es sich indes um eine Branche, bei der trotz Privatisierung in realsozialistischer Manier immer noch der Staat haftet, falls etwas schief geht. Diese externen Kostenfaktoren bei der Erzeugung von Kernkraftstrom hat, übrigens schon unter der Regierung von Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl, das damalige Bundeswirtschaftsministerium 1992 durch die renommierte Baseler Prognos AG berechnen lassen.

Aus der Studie der Prognos AG „Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung“ geht hervor, dass bei Berücksichtigung der externen Gesamtkosten der wirkliche für die deutsche Volkswirtschaft entstehende Preis einer Kilowattstunde Kernkraftstrom schon damals zirka 4 DM betragen hat. Das wären heute zirka 2 Euro.

Die günstigen Produktionskosten für Ökostrom betragen bei Windkraftstrom 0,06 Euro pro Kilowattstunde. Der Höchstpreis für solaren Ökostrom beträgt inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer aktuell 0,68 Euro. „Wenn aber, volkswirtschaftlich gesehen, der Kernkraftstrom mindestens doppelt so viel kostet wie die erneuerbaren Energien, warum, in Himmels Namen, sollen wir, das deutsche Volk uns dann diese ganze entsetzliche Umweltproblematik (Tschernobyl!) der Kernenergie weiterhin ,ans Bein binden‘?!“, fragt der CDAK

Man werde vielleicht einwenden, das Kind sei schon in den Brunnen gefallen, d.h. wir haben nun einmal Kernkraftwerke. Darauf antworte der CDAK: „Errare humanum, perseverare diabolicum! Anders gesagt, und um das Bild von eben aufzunehmen: man hole das Kind doch endlich aus dem Brunnen!“ Das werde nicht von einer Sekunde auf die andere gehen, aber es müsse gelten: So viel erneuerbare Energien wie irgend möglich, und so wenig Kernenergie wie unumgänglich notwendig. Es gebe auch grundlastfähige erneuerbare Energien, zum Beispiel Biomasse und Geothermie „Es gibt nicht nur Wind und Sonne

Wegen der Treibhausgefahr auf Kernkraft zu setzen, hieße den Beelzebub mit dem Teufel austreiben zu wollen. „In 32 Jahren, die der Atomausstieg vorsieht, müsste eine Industrienation wie Deutschland doch in der Lage sein, diesen Strukturwandel hin zur dezentralen erneuerbaren Energieerzeugung zu bewältigen. Dadurch wäre Deutschland auch weniger verwundbar durch den Terrorismus“, so der Bundesverband abschließend.

Quelle: BUNDESVERBAND CHRISTLICHE DEMOKRATEN GEGEN ATOMKRAFT (CDAK), CDU/CSU-Mitglieder für die Überwindung der Kernenergie

  

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