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07.03.2008

Umweltministerium bestätigt höhere Degression bei Fotovoltaik

Die deutsche Fotovoltaik Industrie muss sich im nächsten Jahr auf eine deutliche Verschlechterung der Förderbedingungen einstellen. Auf dem 23. Symposium für fotovoltaische Solarenergie vom 4. bis 7. März 2008 erhielten Branchenvertreter Gewissheit: So werden die Einspeise-Vergütungen für Solarstrom ab dem 1.1.2009 für Dachanlagen um 9,2 Prozent und für Freiflächen um 9,8 Prozent sinken. Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) sieht deshalb ab 2009 tausende Arbeitsplätze in Gefahr.

„Der Gesetzentwurf durchläuft bis Ende April 2008 die Ausschüsse und soll noch vor der Sommerpause beschlossen werden, wenn sich nicht noch völlig neue Umstände ergeben“, bestätigte Joachim Nick-Leptin, Regierungsdirektor im Bundesumweltministerium auf einer Podiumsdiskussion der Veranstaltung. Die Branchenvertreter diskutierten in bayerischen Bad Staffelstein die Konsequenzen der EEG Novelle für den deutschen Solarmarkt. 

Dabei gingen die Expertenmeinungen bei den Auswirkungen der EEG Novellierung auseinander. Anne Kreutzmann, Chefredakteurin des Fachmagazins Photon, zieht die deutlich geringere Förderung der Einführung eines Mengendeckels vor. Solche Höchstgrenzen, die Länder wie beispielsweise Spanien eingeführt haben, müssten immer wieder nachgebessert werden. Stephan Droxner von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) entgegnete, dass die Förderungen in Deutschland zwar langfristig angepasst werden müssten, die geplante Degression jedoch für den deutschen Fotovoltaik Markt ein harter Brocken sei. 

Denn mit der EEG Novellierung sieht sich die Solarbranche einem massiven Kostensenkungsdruck ausgesetzt. Um zukünftig noch akzeptable Renditen zu erzielen, müssen die Preise für Solaranlagen um bis zu 15 Prozent sinken. Nach Aussage von Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Solarwirtschaft (BSW-Solar) „ist die Branche erfolgreich dabei, die Kosten für Solarstrom Jahr für Jahr zu senken." In der im Gesetzesentwurf vorgesehenen Größenordnung seien Einsparungen jedoch bis 2009 nicht zu leisten. „Ein erheblicher Teil der durch Wachstums- und Rationalisierungsfortschritte erzielten Einsparungen wird durch explodierende Rohstoffkosten und verschlechterte Finanzierungskonditionen wieder aufgefressen“, betont Körnig.

In der Folge seien ab 2009 tausende Arbeitsplätze insbesondere im Elektrohandwerk in Gefahr. Auch Winfried Hoffmann, Präsident des Europäischen Solarverbandes (EPIA) sieht den Solarstandort Deutschland in Gefahr und forderte die Sicherung der Arbeitsplätze in der Branche. 

Neben Fachvorträgen und Diskussionsrunden zwischen Forschern, Entwicklern, Anwendern und Vertretern der Industrie findet parallel zum Symposium in Bad Staffelstein auch eine Fachausstellung statt. 97 Fotovoltaik Unternehmen präsentieren in diesem Jahr 800 Besuchern ihre Produktneuheiten. Die Veranstaltung des Ostbayerischen Technologie-Transfer-Instituts (OTTI) gilt als die zentrale Anwendertagung der Solarbranche für den deutschen Sprachraum. 

Quelle: EuPD Europressedienst

  

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