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31.12.2007

2007 war erneut das Jahr der deutschen Solarindustrie

„Solarenergie entwickelt sich zum globalen Gigatrend des 21. Jahrhunderts“, ist sich Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft, sicher. Für die deutsche Solarindustrie war 2007 ein weiteres Jahr des Wachstums, der Technologieführerschaft und der positiven Beschäftigungseffekte. Mit einem erwarteten Umsatz von rund 6 Milliarden Euro (2006: 4,9 Milliarden Euro) und rund 200.000 neu installierten Fotovoltaik und Solarwärme-Anlagen allein in Deutschland kann die Branche eine „sonnige“ Bilanz ziehen.

Bereits rund 1,5 Millionen Solaranlagen sind in Deutschland im Einsatz – 95 Prozent davon auf Hausdächern. Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar): „Bis Mitte dieses Jahrhunderts kann ein Drittel des weltweiten Energiebedarfs aus Solarenergie gedeckt werden. Das sind gute Langfristperspektiven und ausgezeichnete Exportaussichten für die deutsche Solarindustrie.“

Nach Angaben des BSW-Solar existiert in Deutschland die größte Dichte an Produktionsstätten und Forschungseinrichtungen in der Solartechnik. Allein 2007 und 2008 entstehen am Standort Deutschland 15 neue Solarfabriken und bis zu 10.000 neue Solartechnik-Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Handwerk. In der Summe könnten 2020 über 100.000 Beschäftigte in der Fotovoltaik Branche tätig sein. Jobmotoren sind dabei auch neue Solar-Technologien wie etwa Dünnschichtzellen Mehr als 20.000 Beschäftigte erwarten die Marktforscher bis Ende der nächsten Dekade in diesem Marktsegment.

Die meisten Firmen-Neuansiedlungen gibt es in Ostdeutschland. Allein in Sachsens Solarwirtschaft sind nach Angaben des Bundesverbandes rund 2.500 Menschen beschäftigt. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1.800 Arbeitsplätze. In Thüringen können etwa 2.000 Arbeitsplätze der Branche zugerechnet werden. In Brandenburg wird durch den Bau neuer Unternehmen mittelfristig mit 2.000 Mitarbeitern gerechnet. In Berlin arbeiten über 1.000 Menschen im Fotovoltaik Sektor.

Deutschland zählt heute international zu den Technologieführern bei Solarzellen Die Solartechnik entwickelt sich nach Ansicht der Unternehmensberatung Roland Berger zu einer Leitindustrie, die zusammen mit anderen Erneuerbaren Energien von Umsatz und positiven Beschäftigungseffekten her langfristig klassische Industriebranchen wie den Fahrzeugbau überflügeln kann.

Deutsche Solartechnik ist ein Exportschlager: Bereits heute werden rund 40 Prozent der deutschen Solarzellen exportiert. Allein für 2007 rechnet die Branche mit Exportumsätzen von rund 1,5 Milliarden Euro, bis 2012 sogar eine Verfünffachung der Auslandserlöse. Der Europäische Dachverband der Fotovoltaik Industrie EPIA erwartet eine Verdopplung des Weltmarktes innerhalb der nächsten drei Jahre. Für 2010 rechnet EPIA mit einem Weltmarkt von 5,6 Gigawatt. An der Spitze des globalen Fotovoltaik Markts lag auch 2007 ganz klar Deutschland mit einem globalen Marktanteil von 50 Prozent.

Um sich im harten internationalen Wettbewerb insbesondere gegenüber Fernost und den USA weiter behaupten zu können, bauen die Solarunternehmen ihre Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung beträchtlich aus. In 2007 flossen laut EuPD-Research rund 166 Millionen Euro in diesen Bereich, 2020 könnten es rund 545 Millionen Euro sein.

Für die bislang eher mittelständisch geprägte Solarwärme-Branche sah es 2007 nicht ganz so rosig aus: Zwar sind auf deutschen Dächern nach Angaben des BSW-Solar bereits über eine Million Solarwärme-Anlagen im Einsatz und der überwiegende Teil der Betreiberinnen und Betreiber mit ihrer Solarheizung auch zufrieden. Doch bei Verbraucher/innen und Unternehmen herrschte 2007 Verunsicherung angesichts der politischen Rahmenbedingungen und schwankender Förderrichtlinien. Baden-Württemberg hat 2007 immerhin als erstes Bundesland überhaupt ein regeneratives Wärmegesetz beschlossen. Der im Dezember vorgelegte Entwurf zu einem bundesweiten erneuerbaren Wärmegesetz (EEWärmeG) wird von der Branche aber als noch nicht ausgereift angesehen. 

Finanzexperten gehen dennoch davon aus, dass sich der Solarwärme-Ausbau bis 2030 jährlich um rund 20 Prozent beschleunigen wird. Die deutsche Solarindustrie will von diesem Wachstumsmarkt profitieren und mit Hilfe von Solarheizungen Verbraucherinnen und Verbraucher vor explodierenden Öl- und Gaskosten schützen. Beim Austausch einer alten Heizung durch ein modernes solar unterstütztes Brennwertgerät können nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft bis zur Hälfte der Heizkosten eingespart werden. Einmal installiert, liefert die thermische Solaranlage die umweltfreundliche Wärme zum Nulltarif. „Solarthermie-Anlagen sind die Flatrate unter den Heizungssystemen“, so Carsten Körnig.

Erstmals organisierte der Bundesverband Solarwirtschaft 2007 die größte Solarkampagne Deutschlands, die „Woche der Sonne“. Bei über 1.600 Solaraktionen informierten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vom 28. April bis 6. Mai 2007 bundesweit über die klimaschonende und sichere Energieversorgung durch Sonnenenergie In rund 1.000 Städten und Gemeinden beteiligten sich Handwerker, Umweltgruppen, Stadtwerke und andere lokale Akteure mit Ausstellungen, Solarfesten, Infoständen oder Tagen der Offenen Tür an einer erfolgreichen „Woche der Sonne“.

Quelle: BSW-Solar, dpa, verivox



  

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