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05.11.2012

Kritik an Ungerechtigkeiten der EEG-Umlage

Die Ökostrom-Umlage steigt zum 1. Januar 2013 um fast 50 Prozent: von 3,6 Cent pro Kilowattstunde auf rund 5,3 Cent. Die Diskussionen um damit verbundene Ungerechtigkeiten verstummen nicht – auch nicht bei der relatio-Unternehmensgruppe (Balingen). Die Regierung, kritisiert relatio-Geschäftsführer Bernd Bodmer, führe die Öffentlichkeit gezielt in die Irre: „Man gaukelt potenziellen Wählerinnen und Wählern vor, dass an den hohen Strompreisen allein die Erneuerbaren Energien Schuld tragen.“

Dies will Bodmer so nicht stehen lassen. In Deutschland sind seinen Ausführungen nach mittlerweile 20 Prozent der produzierten Stromleistung von der EEG Umlage befreit. Diese verteilen sich allerdings, so wundert sich der relatio-Chef, auf lediglich rund 2.000 Unternehmen: „Ist das eine neue Art der Sozialismuswirtschaft?“

Generell sieht der Balinger diese gesetzlichen Erleichterungen als das falsche Mittel an, Großunternehmen auf künftige Herausforderungen des globalen Marktes einzustellen: „Wer immer von außen protegiert wird, bleibt untrainiert und schlapp.“ Das historische Beispiel der DDR-Volkswirtschaft habe dies eindrücklich gezeigt. Diese Zeche zahlen, so Bodmer, nicht nur die Privathaushalte, sondern auch unzählige Handwerksbetriebe und Mittelständler. 

Dabei könnte alles so einfach sein, überlegt der Geschäftsführer: „Jede und jeder, der Strom verbraucht, muss dazu beitragen, das dieser so umweltverträglich wie möglich erzeugt wird. Dies müsste im Sinne der Solidarität eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.“ Doch anstatt weise und nachhaltig in die Zukunft zu planen, verliert sich Deutschland seiner Meinung nach in einem Dschungel aus Befreiungen und Subventionen. Dabei sei der Strompreis vor allem zur Spitzenlastzeit an der Börse in den vergangenen zwei Jahren deutlich gefallen – dank der Erneuerbaren. 

„Hier profitiert die energieintensive Großindustrie in hohem Maße von den neuen Energien, will aber ihrerseits nichts für sie zahlen“, kritisiert der Unternehmer. Die Randerscheinungen dessen sind für alle ärgerlich: Zum Teil lassen Firmen ihre Anlagen nutzlos laufen und verschwenden vorsätzlich Strom um vom Netzentgelt befreit zu werden. Andere hingegen steigern ihren Stromverbrauch künstlich, um die EEG Umlage erlassen zu bekommen: „Das kann nicht sein.“

Die grundsätzliche Idee für Befreiungen dieser Art ist Bernd Bodmer noch gut im Gedächtnis: „Die rot-grüne Regierung wollte stark vom Export abhängige Unternehmen und ihre Arbeitsplätze in Deutschland halten.“ Doch mittlerweile seien Hähnchenmastbetriebe, Golfplätze oder sogar die Energie-AG des Stuttgarter Flughafens freigestellt. Noch schlimmer: „Der Staat erlässt diese Kosten klammheimlich seinen eigenen Unternehmen wie dem Deutschen Wetterdienst.“ Im Zollernalbkreis, der Heimat von Bodmers Unternehmen relatio, ist übrigens kein einziges Unternehmen von der EEG Umlage freigestellt.

Angesichts dieser Entwicklung plädiert der Balinger für einen anderen Ansatz: nämlich den, wirkungsvolles Energiemanagement auszuzeichnen: „Es muss derjenige belohnt werden, der Strom spart. Nicht derjenige, der besonders viel davon verbraucht.“ Der relatio-Geschäftsführer setzt dabei auf dezentrale Versorgungssysteme. Eigenstromerzeugung entlaste die Netze und spare bares Geld: „Strom selbst zu erzeugen ist schon heute in den allermeisten Fällen wesentlich günstiger als ihn aus der Steckdose zu beziehen.“ 

Diese Erkenntnis setzt sich laut „Manager Magazin“ bei immer mehr Unternehmen durch – vor allem größere Stromkunden, die nicht von EEG Umlage und Netzentgelt befreit sind, laufen den Energiekonzernen in Scharen davon, schreibt das Magazin in einem aktuellen Bericht.

Quelle: relatio-Unternehmensgruppe

  

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