Im solarportal24-Linkverzeichnis finden Sie schnell, einfach und kostenlos kompetente Ansprechpartner/innen für Ihre Fragen rund ums Thema Solarenergie, Erneuerbare Energien und mehr.
Architekten (22)
Berater (61)
Energieagenturen (9)
Finanzierung (17)
Forschung & Entwicklung (3)
Fort- und Weiterbildung (3)
Großhändler (54)
Handwerker (207)
Händler (69)
Komplettlösungen (22)
Medien (7)
Montagegestelle (7)
Planer (42)
private Solarseiten (15)
Solarhersteller (64)
Solarversicherungen (15)
Verbände/Vereine (13)
Versandhandel (15)
Ökologisch Bauen (12)
Mitmachen
Login / Eintrag ändern


Zurück zu den Nachrichten... Diesen Artikel ausdrucken
14.06.2011

Baden-württembergische Automobilzulieferer noch nicht fit für die Herausforderung Elektromobilität

Der Trend hin zu alternativen Antriebskonzepten wie Elektrofahrzeugen ist nicht mehr aufzuhalten. Doch die technologische Zukunftsfähigkeit zahlreicher Automobilzulieferer in Baden-Württemberg ist bei alternativen Antriebskonzepten deutlich kritischer einzuschätzen als bislang angenommen. Abgesehen von den großen Systemlieferanten ist das Gros der stark mittelständisch geprägten baden-württembergischen Zulieferindustrie im Hinblick auf die anstehenden Herausforderungen der Elektromobilität eher schlecht gerüstet, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI.

Die im Auftrag der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart durchgeführte Studie untersuchte die Zukunftsfähigkeit baden-württembergischer Automobilzulieferer vor dem Hintergrund des sich abzeichnenden technologischen Wandels hin zu Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die Innovationspotenziale der in Baden-Württemberg angesiedelten Zulieferer ausreichen, um sich den potenziellen Umstrukturierungserfordernissen erfolgreich stellen zu können. 

„Die Automobilzulieferindustrie muss sich auf einen technologisch und wirtschaftsstrukturell tiefgreifenden Wandel einstellen. Die Elektrifizierung des Antriebsstrangs in seinen verschiedenen Ausprägungen wird in den kommenden Jahren zu neuen Entwicklungen und Veränderungen in Marktpositionen führen“, erläutert Dr. Christoph Zanker, Projektleiter am Fraunhofer ISI.

Zwar werde mittel- bis langfristig in einem Großteil der Personenkraftwagen der Verbrennungsmotor Teil des Antriebsstrangs sein. Allerdings wird aktuellen Berechnungen des Fraunhofer ISI zufolge bis zum Jahr 2030 für konventionelle Antriebskomponenten wie Verbrennungsmotor, Abgasanlage, Kraftstoffversorgung oder Getriebe trotz eines wachsenden PKW-Gesamtmarkts allenfalls mit schwachen Wachstumspotenzialen zu rechnen sein. Spürbares Wachstum lasse sich zukünftig in erster Linie mit Komponenten für den elektrischen Antriebsstrang realisieren, so das Forschungsinstitut in einer Pressemitteilung zur Studie. 

Trotz dieser Prognosen seien die Innovationsanstrengungen der Automobilzulieferer bislang eher zurückhaltend: Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung als Indikator für die Fähigkeit, technologische Herausforderungen aufgreifen zu können, betragen bei baden-württembergischen Automobilzulieferern im Mittel lediglich 2,6 Prozent am Umsatz und liegen damit im Vergleich zu den anderen deutschen Automobilzulieferregionen an letzter Position. Bedenklich sei auch, dass die untersuchten Unternehmen schon heute nur unterdurchschnittliche Umsätze mit Produktneuheiten realisieren.

Zudem überrasche, dass die Automobilzulieferer wenig mit Forschungseinrichtungen kooperieren. Obgleich aus der Forschung momentan wohl die wichtigsten Impulse für die Elektromobilität stammen, vertraut beispielsweise ein Großteil der Automobilzulieferer eher auf Informationen von Kunden oder der (Fach-) Presse. „Wir befürchten, dass nicht wenige Zulieferer die Relevanz der Elektromobilität für ihr Unternehmen und den Ernst der Lage noch nicht erkannt haben“, fasst Dr. Christoph Zanker zusammen. 

Die eher kritische Situation der kleinen und mittleren Automobilzulieferer in Baden-Württemberg werde durch Patentanalysen bestätigt: Hier zeige sich eine extreme Ungleichverteilung zugunsten der wenigen großen Systemzulieferer, auf die mehr als 85 Prozent der Patentanmeldungen zurückgingen. Allerdings sei auch das hohe Patentaufkommen der Großunternehmen nicht uneingeschränkt positiv einzuschätzen. Sie patentierten nämlich nach wie vor schwerpunktmäßig im Bereich konventioneller Antriebskomponenten und weniger in elektromobilitätsrelevanten Technologien, insbesondere in der Batterietechnologie. Der Blick nach China zeige, dass es dort genau andersherum ist. „Wir beobachten in China eine starke Dynamik vor allem in den Patenten für Batterietechnologie und Elektromotoren“, erläutert Dr. Thomas Stahlecker, Mitautor der Studie. 

Die Studienergebnisse implizieren laut Fraunhofer ISI großen Handlungsbedarf für die baden-württembergischen Zulieferer, um auch mittel- bis langfristig die technologische Anschlussfähigkeit beziehungsweise ihren bestehenden Technologievorsprung und somit auch die eigene Zukunftsfähigkeit zu wahren.

Die Automobilzulieferindustrie zählt nicht nur in Baden-Württemberg sondern auch in Deutschland zu den gesamtwirtschaftlich tragenden Säulen. Ohne Unterstützung aus der Politik werden sich gerade kleine und mittlere Zulieferer schwertun, die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Das Fraunhofer ISI hat daher in der Studie konkrete Maßnahmen als Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Politik formuliert. 

Die Studie „Elektromobilität: Zulieferer für den Strukturwandel gerüstet?“ zum Download.

Quelle: Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI


  

Vorheriger Artikel:
EU-Klimaschutzpolitik dämpft potenziell Absatzchancen russischer Energieexporte
Nächster Artikel:
Erneuerbare Energien auf dem Stundenplan

Newsarchiv

Mai 2019 April 2019 März 2019 Februar 2019 Januar 2019 Dezember 2018 November 2018 Oktober 2018 September 2018 August 2018 Juli 2018 Juni 2018 Mai 2018 April 2018 März 2018 Februar 2018 Januar 2018 Dezember 2017 November 2017 Oktober 2017 September 2017 August 2017 Juli 2017 Juni 2017 Mai 2017 April 2017 März 2017 Februar 2017 Januar 2017 Dezember 2016 November 2016 Oktober 2016 September 2016 August 2016 Juli 2016 Juni 2016 Mai 2016 April 2016 März 2016 Februar 2016 Januar 2016 Dezember 2015 November 2015 Oktober 2015 September 2015 August 2015 Juli 2015 Juni 2015 Mai 2015 April 2015 März 2015 Februar 2015 Januar 2015 Dezember 2014 November 2014 Oktober 2014 September 2014 August 2014 Juli 2014 Juni 2014 Mai 2014
 



  solarportal24.de Impressum | Neue Einträge | Top Links | Top Partner | 25.04.2024 10:08
                                                                 News_V2