Artikel vom 20.09.2006, Druckdatum 30.06.2022

Fotovoltaikindustrie: Silizium bleibt bis 2008 knapp

Vor allem in Deutschland und Japan, zunehmend auch in Ostasien und in den USA erlebt die Fotovoltaik einen bisher nicht gekannten Aufschwung. Nach wie vor Probleme bereitet allerdings die Beschaffung des Rohstoffs Silizium. Wie es aktuell am Silizium-Markt aussieht, zeigt eine Studie, die das Branchenmagazin „Sonne Wind & Wärme“ in seiner September-Ausgabe veröffentlicht hat. Demnach wird sich der Engpass in der Fotovoltaikindustrie noch bis 2008 hinziehen.

Sie schießen derzeit wie Pilze aus dem Boden: Neue Produktionsstätten für Solarzellen und Solarmodule. Und dennoch: Die begehrten, Strom erzeugenden Solarmodule sind nach wie vor knapp. Für die Fertigung der Solarzellen ist hochreines Polysilizium erforderlich, die als Strom erzeugende Elemente in etwa 90 Prozent der weltweit produzierten Solarmodule eingesetzt werden. Die Industrie kann die Nachfrage zurzeit nicht einmal annähernd decken, sodass trotz Massenproduktion die Preise nicht sinken, sondern steigen, heißt es in einer aktuellen Presseinformation des Branchenmagazins „Sonne Wind & Wärme“. Damit erweise sich die Herstellung des Siliziums als „Flaschenhals“.

Weltweit seien deshalb die Anstrengungen groß, die Kapazitäten in der Siliziumproduktion auszubauen. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Sonne Wind & Wärme“ ist dazu nun eine umfassende Marktübersicht erschienen: Zwar werde auch im nächsten Jahr die Verknappung des Siliziums das Wachstum der Branche hemmen. Doch ab 2008 würden die Produktionskapazitäten erheblich zunehmen, heißt es dort. Die vier größten Hersteller (darunter das deutsche Unternehmen Wacker) bauten zurzeit ihre Kapazitäten massiv aus. Außerdem wird erwartet, dass eine Reihe von kleineren Herstellern (auch in Russland und China) in den Markt eintreten.

Darüber hinaus seien die Solarzellenproduzenten bestrebt, durch effektive Verwendung des knappen Rohstoffes Silizium den Ausstoß zu steigern. Bereits im Jahr 2010 könnte deshalb das Siliziumangebot für eine jährliche Solarzellenproduktion mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt ausreichen, so das Branchenmagazin. 2005 erreichte der jährliche Ausstoß ein Volumen von 1.600 bis 1.700 Megawatt.

Quelle: Sonne Wind & Wärme
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