Artikel vom 14.03.2012, Druckdatum 19.06.2024

Die große Reise des kleinen Solartaxis jetzt als Film

18 Monate dauerte die Weltumrundung des Solartaxis, die erste Reise rund um die Erde mit einem solarbetriebenen Fahrzeug. Der Schweizer Louis Palmer wollte damit beweisen, dass jede und jeder einzelne einen Schritt für den Erhalt unseres Planeten unternehmen kann. Von seiner aufregenden Tour und den vielen Treffen mit Politikern, Wissenschaftlerinnen, Prinzen und Filmstars berichtet jetzt ein Dokumentarfilm.

„Am 3. Juli 2007 starte ich zur ersten Reise rund um die Erde mit einem solarbetriebenen Fahrzeug. Ich als normaler Bürger kann die Welt zwar nicht verändern, aber ich kann damit der Welt aufzeigen, wie schlecht es um das globale Klima wirklich steht und wie viele ausgereifte Lösungen zur Senkung von Treibhausgasen es ja schon gibt, die noch viele weitere Vorteile mit sich bringen. Dass wir damit eine bessere Welt und gesicherte Zukunft haben können. Das Solartaxi soll einen Anstoß zu Hoffnung und Lebensfreude geben, ein Zeichen gegen die Resignation setzen und zum Nachdenken anregen. Und zeigen, dass jeder einzelne einen Schritt für den Erhalt unseres Planeten unternehmen kann“, so das Mission Statement von Louis Palmer.

Am 3. Juli 2007 war der Schweizer in seiner Heimatstadt Luzern gestartet und am 22. Dezember 2008 konnte er vermelden: Mission erfüllt! Fünf Kontinente – Europa, Asien, Australien, Mittel- und Nordamerika – hat er und seine wechselnde Crew durchfahren. Fast täglich berichteten er und sein Team online, wie der Kampf gegen den Klimawandel in den verschiedenen Ländern geführt wird. 

Auch an der Uno-Weltklimakonferenz vom 3. bis 14. Dezember 2007 auf Bali nahm das Solartaxi teil: Es chauffierte unter anderem die beiden Friedensnobelpreisträger Rajendra Pachauri und Al Gore sowie die Umweltaktivistin Bianca Jagger zur Konferenz. An Bord des Greenpeace-Schiffs „Rainbow Warrior II“ ging es anschließend Richtung Neuseeland und dann weiter nach Australien, wo dem Solartaxi die schwersten Regenfälle seit fünf Jahren zu schaffen machten und beim Thema Klimaschutz nach Ansicht des Schweizers noch einiger Nachholbedarf bestand. Besucht hat Palmer auch die weltberühmte Autofirma Tesla Motors im Silicon Valley in San Carlos (Kalifornien).

Auch zickige Zöllner und desinteressierte Staatsmänner machten dem Solarpionier zu schaffen: „Bulgarien und das Solartaxi – das wird keine große Liebe“ notierte Louis Palmer damals. Bei der Einreise nach Bulgarien wurde ihm klar gemacht, dass alle Fahrzeuge desinfiziert werden müssten. Gebühr: fünf Lew (2,50 Euro). Auch der Presse-Empfang in Sofia bei Bürgermeister Boyko Borissov war für Palmer aufschlussreich: „Die Diskussion scheint ihn nur mäßig zu interessieren, er tippt auf seinem Handy herum und würdigt uns kaum eines Blickes.“ 

Dafür erlebte die Solartaxi-Crew in Istanbul eine überwältigende Hilfsbereitschaft: „Es ist sagenhaft, wie viele Geschichten man über die Hilfsbereitschaft der Menschen schreiben könnte, die uns beim Tanken und Navigieren quer durch die großen und unbekannten Städte helfen“, notierte Palmer damals. 

Vor allem aber traf Palmer gewöhnliche Menschen. Wer selbst Lust hatte, Louis Palmer und sein Solartaxi für einen Streckenabschnitt zu begleiten, war ausdrücklich dazu eingeladen. Vor Ort gab es zahlreiche Begegnungen mit engagierten Menschen, die teilweise sehr kreativ die Energie der Sonne nutzten.

Mit seiner Halbzeitbilanz am 2. April 2008 gab Palmer erstaunliche Einblicke in die solare Welt: Die meisten begeisterten Zeitungsberichte übers Solartaxi fanden sich ausgerechnet in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo das Erdöl nur so sprudelt. Das Land, wo die Nutzung der Solarenergie am populärsten scheint, ist nicht Deutschland, sondern die Türkei. Fast jedes Hausdach nutzt die Sonne für Warmwasser. Und das Land mit der (subjektiv gefühlten) größten Akzeptanz für kleine Elektroautos liegt nach Einschätzung von Louis Palmer nicht in Europa, sondern ist „ganz klar Indien“.

Nach 18 Monaten und über 50.000 Kilometern traf Louis Palmer wieder in der Schweiz ein und wurde jubelnd empfangen. Was es gebracht habe, will eine der zahlreichen Journalistinnen und Journalisten von ihm wissen. Palmer darauf: „Ein kleines Team von Leuten hat fast jeden zehnten Erdenbewohner zum Nachdenken angeregt. Und jeder, der zum Nachdenken angeregt wird, ist einer mehr, der einen Beitrag zur Bewahrung des Planeten leisten kann.“

Die große Reise des kleinen Solartaxis gibt es jetzt als Film: „Solartaxi - Um die Welt mit der Kraft der Sonne“, Dokumentation über den Schweizer Louis Palmer, der mit seinem selbst gebauten Solartaxi rund um den Globus unterwegs ist. (Deutschland 2011, 75:00 Minuten, Regie: Erik Schmitt, Schnitt: Steffen Hand, David Hartmann, Produzent: Daniel Thomaser) 

Mehr Informationen auf www.solartaxi-themovie.com

Quelle: Solartaxi – The Movie, Onlinefilm Support

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