Artikel vom 28.02.2012, Druckdatum 26.06.2022

Fortschritte der weltweiten Solar-Industrie 2011 eröffnen weitere Wachstumsperspektiven

Im vergangenen Jahr verschärfte sich der Wettbewerb auf den internationalen Solar-Märkten. Doch aus einer globalen Perspektive zeichnet sich trotz regionaler Probleme weiteres deutliches Wachstum ab. Die Konsolidierung der Branche ist in vollem Gange und ließ in den Hintergrund treten, dass die Photovoltaik und solarthermische Kraftwerke (CSP) weltweit wuchsen - zeitweise und in einigen Regionen sogar sehr deutlich. Etliche technische und politische Durchbrüche im vergangenen Jahr waren noch wichtiger, denn sie bereiten den Weg für das künftige Wachstum und den Wandel der internationalen Solarindustrie.

Im schwierigen Jahr 2011 wuchs die globale Kapazität zur Solarstrom-Produktion um über 60 Prozent beziehungsweise rund 28 Gigawatt auf kumulierte 64 GW. Im Jahr zuvor wurden bereits weltweit rund 17 Gigawatt Photovoltaik Leistung zugebaut.

2011 zeichneten sich in der Solarindustrie einige bedeutende Entwicklungen ab. Zu den wichtigsten Grundlagen für ein langfristiges Branchenwachstum zählen Fortschritte in der Dünnschicht- und Konzentrator Photovoltaik sowie bei solarthermischen Kraftwerken. Nicht weniger bedeutend sind wirtschaftliche und politische Veränderungen wie beispielsweise der Einstieg in Einspeisevergütungssysteme in Asien. 

Insbesondere Fortschritte der Dünnschicht-Technologien eröffnen neue Perspektiven: Aus allen auf dem Markt erhältlichen Solarmodulen ragten 2011 diejenigen auf Basis von Kupfer-Indium-Gallium-Diselenid (CIGS oder CIS) besonders hervor. Mehrere Unternehmen brachten Module aus der Massenfertigung mit einem Wirkungsgrad von über 13 Prozent in den Handel. Im Labor wurden Rekordwerte von bis zu 17,4 Prozent bezogen auf die Aperturfläche erreicht. Und sowohl die CIGS-Modulhersteller als auch deren Technologielieferanten wollen für weitere Wirkungsgrad Rekorde sorgen. 

Auch für die Konzentrator Photovoltaik (CPV) war 2011 ein hervorragendes Jahr. Schon seit einiger Zeit glänzt diese Technologie mit hohen Wirkungsgraden und niedrigen Kosten. Mit dem Abschluss einiger sehr umfangreicher Strombezugs- vereinbarungen (PPAs) und der Inbetriebnahme einer großen Produktionsanlage in den USA geht die CPV vielversprechenden Zeiten entgegen. Die Technologie kann zwar nur in Gebieten mit sehr starker und direkter Sonneneinstrahlung eingesetzt werden, doch unter diesen Rahmenbedingungen sind wesentlich geringere Stromgestehungskosten als bei der herkömmlichen Photovoltaik möglich. 

Solarthermische Kraftwerke mussten 2011 mit Problemen kämpfen, die unter anderem durch Photovoltaik Preiseinbrüche bedingt waren. Einige große CSP-Projekte wurden auf Photovoltaik umgestellt. Doch langfristig zählen nicht allein die Stromgestehungskosten, sondern auch Möglichkeit, Energie günstig zu speichern und nach Bedarf zu liefern, wenn die Sonne nicht scheint. 2011 ging in Spanien das erste solarthermische Großkraftwerk an das Netz, das rund um die Uhr Strom einspeisen kann – ein Meilenstein für die CSP-Technologie in Verbindung mit thermischen Speichern. 

Neben diesen herausragenden technischen Entwicklungen änderte sich 2011 auch die Förderpolitik deutlich, besonders in Asien. Gleich drei Länder führten Einspeisevergütungssysteme ein: China, Japan und Malaysia. In Südkorea, Taiwan und Thailand gibt es bereits derartige Photovoltaik Förderprogramme.

Wenn sich diese Förderpolitik als erfolgreich erweist, kann Asien nach Europa zum zweiten Zentrum der Photovoltaik Weltmärkte werden. Das zeichnet sich bereits ab: vor allem in China, das im vergangenen Jahr Photovoltaik Anlagen mit insgesamt 2,2 Gigawatt installiert hat und zum drittgrößten Photovoltaik Markt der Welt wurde. Auch Japan beschloss nach der Atom-Katastrophe in Fukushima Einspeisevergütungen, die ab Juli 2012 wirksam werden und auf einen Zubau von 30 MW abzielen.

Angesichts des Interesses Chinas und Japans an der Unterstützung der heimischen Photovoltaik Hersteller überrascht es nicht, dass auch andere Länder in Asien Einspeisevergütungen eingeführt haben, um ihre eigene PV-Produktion zu fördern. Am 01.12.2011 nahm Malaysia erste Bewerbungen für sein Förderprogramm entgegen. Bereits nach zwei Stunden war die Quote für gewerbliche Photovoltaik Anlagen für 2012 bis 2014 erfüllt. Der Umfang des Programms ist zwar recht bescheiden, doch das Tarifsystem setzt ein Zeichen dafür, dass selbst Schwellen- und Entwicklungsländer die Einspeisevergütungen als politisches Werkzeug nutzen.

Wie Einspeisevergütungen neue Märkte schaffen können, zeigt auch das Beispiel der Ukraine: Dort gingen 2011 zwei Solarparks mit 80 bzw. 100 MW an das Netz. Und auch in den USA bewegt sich etwas: Anfang Februar 2012 kündigte der Bundesstaat Iowa Solarstrom-Einspeisetarife an. 

Quelle: Solar Promotion GmbH
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