Artikel vom 28.08.2009, Druckdatum 19.09.2020

Greenpeace veröffentlicht Energiekonzept „Plan B 2050“

Mit einem ambitionierten Klimaschutzprogramm kann Deutschland seinen Ausstoß an Treibhausgasen bis zum Jahr 2050 um mindestens 90 Prozent senken und damit den aktuellen Forderungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach verschärften Klimaschutzzielen entsprechen. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Aachener Instituts EUtech im Auftrag von Greenpeace. Nach dem Szenario „Klimaschutz: Plan B 2050 - Energiekonzept für Deutschland“ sei eine hundertprozentige Stromversorgung mit Erneuerbaren Energien möglich, gleichzeitig könne Deutschland schon im Jahr 2015 aus der Atomkraft aussteigen.

„Ein klimaneutrales Deutschland ist keine Vision, sondern kann realisiert werden“, so Andree Böhling, Energieexperte von Greenpeace. Erneuerbare Energien können seiner Ansicht nach zukünftig nur dann den Löwenanteil der Stromversorgung decken, wenn die Laufzeiten der Atomkraftwerke verkürzt und nicht verlängert werden. Großkraftwerke stünden einem hohen Anteil von Wind und Sonne wie ein Bremsklotz im Weg. 

Im Szenario „Klimaschutz: Plan B 2050 - Energiekonzept für Deutschland“ rechnet Greenpeace vor, wie Kraftwerkspark, Verkehrspolitik, Industrie und Haushalte in Deutschland umgestellt werden müssen, um die Treibhausgase um 90 Prozent bis 2050 zu senken. Dabei wurden ausschließlich nationale Einsparpotenziale berücksichtigt. Gleichzeitig geht nach dem Modell bereits 2015 der letzte Atommeiler vom Netz - acht Jahre früher als bisher geplant. Der Ausstieg aus der Kohle ist bis 2040 machbar. 

Basis dafür ist laut Studie neben dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien eine zielstrebige Verbesserung der Energieeffizienz und eine optimale Brennstoffausnutzung. Einen Neubau von Kohlekraftwerken dürfe es, so Greenpeace, nicht mehr geben. Erdgas und Kraft-Wärme-Kopplung dienen demnach als Brückentechnologien bis zur Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien. 

Mit dem Greenpeace-Konzept verringere sich die Abhängigkeit von Energieimporten um 95 Prozent bis 2050. Dabei bleibe eine sichere Stromversorgung durch inländische Produktion gewährleistet. Für Privathaushalte und Wirtschaft rechne sich der Umbau der Energieversorgung mit rund zehn Prozent geringeren Stromkosten und gesamtwirtschaftlichen Einsparungen von 35 Milliarden Euro bis 2020, so Greenpeace weiter.
 
Es sei beschämend, dass Bundeskanzlerin Merkel kein zukunftsfähiges Energiekonzept für Deutschland vorzuweisen hat, so Böhling. CDU/CSU würden allein die Interessen der vier Stromkonzerne vertreten. Klimaschutz als die dringlichste Herausforderung der Menschheit, spiele im Bundestagswahlkampf keine Rolle. Die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD und FDP seien nicht einmal auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Die deutschen Klimaschutzziele müssten an die neuen Erkenntnisse angepasst werden. Greenpeace fordert eine Energierevolution für Deutschland.

Quelle: Greenpeace Deutschland 
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