Artikel vom 31.07.2008, Druckdatum 22.10.2019

NATURpur-Institut unterstützt Forschung zu intelligenten Stromnetzen

Die Struktur der Energienetze steht vor einem Umbruch, weil sich die Anforderungen ändern. Im Zuge des Ausbaus erneuerbarer Energien speisen künftig verstärkt dezentrale Anlagen ein, die beispielsweise Sonne oder Wind nutzen. Hier gilt es vor allem die Schwankungen von Fotovoltaik und Windkraft in den Netzen zu steuern und auszugleichen. Wissenschaftler der Hochschule Darmstadt werden sich daher in einem Forschungsprojekt mit intelligenten Stromnetzen – so genannten Smart Grids – befassen.

Darauf haben sich das NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz der HSE und die Hochschule Darmstadt im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft für nachhaltige Energieversorgung verständigt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler planen in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der HEAG Südhessische Energie AG (HSE) ein Pilotprojekt, um angesichts eines steigenden Anteils Erneuerbarer Energien eine optimale Netzsteuerung zu ermöglichen. Mit 246.000 Euro unterstützt das NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz das Forschungsvorhaben.

Das NATURpur Institut für Klima- und Umweltschutz ist eine Tochtergesellschaft der HSE, die Anfang 2008 gegründet wurde. Das Institut bündelt die Aktivitäten der HSE im Bereich Forschung und Entwicklung und fördert interdisziplinäre Forschung zum nachhaltigen Umweltschutz, zur Energieeffizienz und zu regenerativen Energien. „Die Zusammenarbeit mit der Hochschule unterstreicht den Anspruch der HSE, den Wandel zu einer nachhaltigen Energieversorgung voranzutreiben“, sagt der HSE-Vorstandsvorsitzende Albert Filbert.

Experten bezeichnen mit Smart Grids auch die Abkehr von der bisherigen Denkweise: Bislang erzeugen Energieversorger den Strom dann, wenn er gebraucht wird. Der neue Ansatz besteht dagegen darin, Strom zu verbrauchen, wenn gerade genügend zur Verfügung steht. Ziel ist es, dass Haushalte elektrische Geräte bevorzugt dann einschalten, wenn Solar- oder Windkraftanlagen viel Strom produzieren.

Die HSE und die Hochschule Darmstadt hatten Ende 2007 eine strategische Partnerschaft vereinbart, um das gemeinsame Know-How bei Energiethemen zu nutzen. Die Partner prüfen, ob neben dem Pilotprojekt Smart Grids auch ein Forschungsprojekt „Erzeugung und Speicherung von Wasserstoff“ sowie eine Masterstudiengang Energiewirtschaft realisiert wird. Die HSE und die Hochschule arbeiten seit Jahren auch bei der Betreuung und Themenstellung von Diplomarbeiten oder Veranstaltungsreihen zusammen. 

Quelle: HEAG Südhessische Energie AG (HSE)
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