Artikel vom 04.05.2007, Druckdatum 27.06.2022

Klimaschutz notfalls auch im nationalen Alleingang

Wenn Klimaschutz nur aus Emissionshandel, Energiesparen und Verzicht bestünde, „dann wäre in der Tat die Lage aussichtslos“, stellt Wolf von Fabeck vom Solarenergie Förderverein Deutschland fest. Glücklicherweise hätten aber Ingenieure in Europa, Japan und USA eine Reihe von Erfindungen gemacht, mit denen Energie emissionsfrei aus Sonne Wind, Wasserkraft und Biomasse sowie Geothermie gewonnen werden kann. Seiner Meinung nach sollte beim Thema Klimaschutz nicht länger auf internationale Vereinbarungen gewartet werden.

Mit Hilfe von Sonne Wind, Wasserkraft und Biomasse sowie Geothermie werden in Deutschland schon 13 Prozent des Strombedarfs erzeugt und die Menge der installierten Anlagen steigt ständig. Die Massenproduktion senkt bereits die Kosten. „In wenigen Jahren kann Strom aus solchen Anlagen billiger sein als Strom aus Kohle-, Öl- und Gaskraftwerken. Dann werden auch die ärgsten Klimamuffel - auch die in Indien, China oder den USA - schon aus Preisgründen lieber Solaranlagen, Windanlagen, Biogaskleinkraftwerke und Stromspeicher einkaufen als Dieselgeneratoren oder Kohlekraftwerke“, ist sich Wolf von Fabeck vom Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. sicher. Am wirkungsvollsten sei es deshalb, so von Fabeck, wenn nicht auf die anderen gewartet werde, sondern bei uns im Land die neuen Techniken zur Marktreife gebracht und durch weitere gesetzliche Verbesserungen und Anreize dieser Vorgang noch beschleunigt wird. 

„Das ängstliche Schielen darauf, ob andere Staaten einen ähnlichen Beitrag wie wir zum Klimaschutz erbringen, ist unsinnig, fast sogar lächerlich: Wann hat jemals ein Land die Entwicklung neuer Produkte davon abhängig gemacht, ob die anderen Länder einen ,angemessenen Anteil’ beitragen? Hat Henry Ford darauf gewartet, dass in Deutschland das Automobil in die Massenproduktion kam? Hat Microsoft erst dann mit der Verbreitung von Windows Ernst gemacht, nachdem europäische Firmen versichert haben, sie würden auch einen angemessenen Anteil an Computerprogrammen erstellen? Völlig absurd, solche Ideen! Soll vielleicht die deutsche Firma Enercon - Weltmeister beim Bau von Windanlagen - zögern, weil viele andere Länder keinen Anteil an der Windradproduktion aufweisen können?“, so von Fabeck. 

Merkwürdig findet er zudem, dass viele Menschen noch immer nicht die wirtschaftlichen Chancen begriffen hätten, die - auch im Klimaschutz - demjenigen winken, der mit seinen Produkten früher die Marktreife erreicht und den Weltmarkt erobert. 

Die Gegner der Energiewende stehen seiner Meinung nach nicht nur in Indien, in China oder im Weißen Haus, sie stehen auch mitten unter uns. Dabei tue ihre Motivation leider nichts zur Sache: „Im Hinblick auf das Endergebnis ist es nämlich gleichgültig, ob jemand die Erneuerbaren Energien als Konkurrenz ansieht und sie deshalb verhindert, oder ob er durch Vorurteile und Zweifel zum Bremser wird. Die Gegner fordern Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke, angeblich um Zeit für den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu gewinnen, und sie erschweren im selben Bundesland die Genehmigungsvoraussetzungen für den Neubau von Kleinwasserkraftwerken und Windanlagen auf das Unerträglichste.“

Die Gegner/Bremser jammerten, wenn bei der Solarenergie Gewinne gemacht werden - so als gäbe es in anderen Zweigen der Energiewirtschaft nicht erheblich höhere Gewinne. Sie hielten sich für Wirtschaftsexperten und hätten noch nicht einmal begriffen, dass Unternehmer sich nur dann einer neuen Technik zuwenden, wenn sie mit ihr höhere Gewinne erzielen können als mit der bisherigen Technik. Sie beklagten, dass die Gewinne bei der Produktion von Solaranlagen auf Kosten der Verbraucherinnen und Verbraucher gemacht würden - so als „würden Gewinne in anderen Zweigen der Energiewirtschaft von einer guten Fee überreicht“, merkt von Fabeck an.

Die Gegner/Bremser schrieben in einer hochbezahlten Studie für das Umweltministerium den Satz „Eine Fortsetzung dieser Wachstumsentwicklung (der Fotovoltaik) über einen längeren Zeitraum ist in Deutschland nicht vorstellbar“. Sie offenbarten damit einen „erschreckenden Mangel an Phantasie oder schlimmer noch einen erschreckenden Mangel an wirtschaftlichem Hintergrundwissen“, meint von Fabeck. So habe z.B. das rasante Wachstum des Handy-Markts erst dann aufgehört, als jede/r überhaupt in Frage kommende Bürgerin und Bürger mindestens ein Handy hatte, und von einer solchen Sättigung sei der Fotovoltaik Markt noch meilenweit entfernt. Wahrscheinlich könnten sich die gleichen Leute auch nicht vorstellen, dass der Meeresspiegel steigt, wenn alle Gletscher abschmelzen. Ihnen empfielt er einen Blick auf die Landkarte.

Für Bremser/innen, Zweifler/innen und Verzweifelte hat der Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. die Möglichkeit eines vollständigen Umstiegs auf Erneuerbare Energien ganz kurz und anschaulich auf dem Flyer „100 Prozent“ dargestellt. „Machen Sie sich die Freude und schauen Sie ihn an“, fordert von Fabeck auf: http://www.sfv.de/artikel/2007/flyer_da.htm. „Kopieren Sie den Flyer, geben Sie ihn weiter. Legen Sie ihn Ihren Briefen bei. Vielleicht können Sie den Flyer sogar als kostenlose Werbung Ihrer Zeitung beilegen - fragen Sie einfach mal nach. Die Versorgung mit 100 Prozent heimischen Erneuerbaren Energien muss im Gespräch bleiben!“

Quelle: Wolf von Fabeck, Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. (SFV)


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