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31.07.2006

So wirds nichts mit dem „Klima-Wandel“

Eine der Hauptursachen der ungebrochen hohen CO2-Emissionen ist der Verkehr. Als „völlig unzureichend“ hat deshalb der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das von Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee vorgelegte Konzept eines Masterplans für Güterverkehr und Logistik kritisiert. Es sei allein auf die Steigerung von Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum der Straße ausgelegt und lasse Umwelt- und Klimaschutz komplett außen vor. Laut Masterplan sollen Umweltstandards nur dann berücksichtigt werden, wenn sie den kurzfristigen Interessen der deutschen Wirtschaft nicht im Wege stehen.

Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte: „Der von Tiefensee vorgelegte Masterplan enthält nichts als Sprechblasen für eine wachstumsorientierte Verkehrspolitik. Wie selbstverständlich wird er ausschließlich mit und für die Wirtschaft erarbeitet und dient der Abschaffung politischer Steuerungselemente. Güterverkehr stellt jedoch eine gesamtgesellschaftliche Gestaltungsaufgabe dar, für die die Politik den Rahmen setzen muss. Hätte man bei der Ausarbeitung des Masterplans neben der Wirtschaft auch die Zivilgesellschaft beteiligt, wäre sicher mehr als ein schmalspuriges Wirtschaftsförderprogramm herausgekommen.“

Anstatt klare Prioritäten für den umweltfreundlichen Verkehrsträger Schiene zu setzen, wolle Tiefensee alle Verkehrsträger gleichzeitig ausbauen. Damit verkenne er das effizienzsteigernde Potenzial ökologischer Logistik. Autoverkehr, Ölverbrauch und Klimagas-Emissionen würden so weiter zunehmen und die Bahn als Gütertransportmittel an Attraktivität einbüßen.

Der BUND forderte den Verkehrminister auf, den Masterplan massiv nachzubessern und die Zivilgesellschaft zu beteiligen. Für einen nachhaltig effizienten Güterverkehr sei die im Bundesverkehrswegeplan angekündigte Verdopplung des Schienenverkehrs unverzichtbar. Dafür seien massive Investitionen in die Schiene nötig. Ebenso dringlich seien eine bessere Schienenanbindung der Seehäfen und der Verzicht auf Prestigeprojekte wie die Fehmarnbeltquerung oder die Neubaustrecke Nürnberg - Erfurt.

Quelle: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)

  

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