Artikel vom 05.04.2007, Druckdatum 22.05.2024

Neue Studie: 2010 ist Solarstrom wettbewerbsfähig

Solarstrom stand bisher in dem Ruf, eine besonders teure Energiequelle zu sein. Hierbei wurden allerdings nur die Preise der Anlagen und die im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energien sehr hohen Förderbeträge pro Kilowatt installierter Leistung bzw. die Einspeisevergütungen betrachtet. Eine neue Studie belegt jetzt: Bei Betrachtung allein der Kostenseite könnte Solarstrom bereits im Jahr 2010 in 50 Prozent der OECD-Länder unter dem dortigen Strompreis liegen und damit einen Markt von rund 1.500 Gigawatt erreichen. In Spanien werden die Branchenführer Solarstrom sogar für 8 Cent/kWh herstellen können. Dadurch könnten sich schon bald sehr große Märkte für Solarenergie ergeben.

Für die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom gab es bislang vor allem ein Hindernis: die Berechnungsweise. In der Regel wurden ausschließlich die Anlagenpreise und die im Vergleich mit anderen erneuerbaren Energien sehr hohen Förderbeträge pro Kilowatt installierter Leistung bzw. die Einspeisevergütungen betrachtet. So beträgt der Einspeisetarif für Solarstrom z.B. im Jahr 2007 in Deutschland für eine neue 4-KW-Dachanlage 49,21 Cent/kWh, Anlagen kosten aktuell in Deutschland rund 4.600 Euro/kW.

Entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom sind allerdings die Kosten für Herstellung und Installation, sagen die Autoren der neuen internationalen Studie „The True Cost of Solar Power“. Im Jahr 2006 kostete die Produktion von Solarstrom aus einer üblichen 4-Kilowatt-Dachanlage in Süddeutschland 24 Cent/kWh, in Spanien 15 Cent und in Kalifornien 18 Cent. Die Herstellungskosten einschließlich der Installation der Anlage lagen bei 2.880 Euro je Kilowatt, bei besonders effizienten Produzenten betrugen sie 2.400 Euro. Bis zum Jahr 2010 werden sie auf 2.083 Euro fallen. Sobald die Herstellungskosten für Solarstrom unter die von Kohlestrom fallen, wird es für Stromproduzenten lukrativer, in die Produktion und den Betrieb von Solaranlagen einzusteigen, statt z.B. neue Kohlekraftwerke zu bauen. 

Bei Betrachtung allein der Kostenseite könnte Solarstrom demnach bereits im Jahr 2010 in 50 Prozent der OECD-Länder unter dem dortigen Strompreis liegen und damit einen Markt von rund 1.500 Gigawatt erreichen. In Spanien beispielsweise wird Solarstrom ab 2010 für 10 Cent, in Süddeutschland für 15 Cent und in Kalifornien für 11 Cent pro Kilowattstunde (kWh) zu produzieren sein. Die Branchenführer werden Solarstrom in Spanien sogar für 8 Cent/kWh herstellen können, was den Stromgestehungskosten aus neuen Braunkohlekraftwerken entspricht. Dadurch könnten sich schon bald sehr große Märkte für Solarenergie ergeben.

Herausgefunden hat das eine neue internationale Studie, die von Photon Consulting, einer international tätigen Beratungsgesellschaft für die Solarbranche mit Sitz in Boston/USA, durchgeführt wurde. Die Analysten der Studie „The True Cost of Solar Power“ sind von Solarkonzernen ausgegangen, die die komplette Wertschöpfungskette in sich vereinen (Silizium-, Zell- und Modulproduktion bis zum Betrieb des Solarkraftwerks in Eigenregie). Als Beispiele für Konzerne, die sich in diese Richtung entwickeln, nennt die Studie 13 Unternehmen, darunter die amerikanische Sunpower Corp., die deutsche Solarworld AG und die chinesische Suntech Power Co. Ltd.

Allerdings wird die Solarbranche nach Einschätzung der Analysten die sinkenden Kosten voraussichtlich auch weiterhin nicht automatisch an ihre Kunden weitergeben. Solarkonzerne hätten daher auch in den nächsten Jahren sehr gute Möglichkeiten, ihren Gewinn zu maximieren, so Photon Consulting. Michael Rogol, Autor der Studie: „Die Preise für Solarstrom haben sich im Jahr 2004 von den Kosten abgekoppelt. Weil die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot, werden Kostensenkungen nicht mehr automatisch an die Kunden weitergegeben. Diese Situation dürfte noch mehrere Jahre so bleiben.“

Quelle: Solar Verlag, ppenergie
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