Artikel vom 17.01.2006, Druckdatum 26.09.2022

Bundesbürger wollen Ausbau Erneuerbarer Energien

Der Wunsch nach Unabhängigkeit von herkömmlichen, endlichen Energiequellen und der Umweltschutz sind die beiden Hauptargumente bundesdeutscher Bürgerinnen und Bürger, sich für den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien einzusetzen. Gerade um weniger abhängig von ausländischen Energielieferanten zu sein, sollte Deutschland vor allem auf Energiequellen wie Sonnenenergie und Windkraft setzen. Dagegen sehen nur ...

... 17 bzw. 25 Prozent die stärkere Nutzung von Kohle bzw. Atomkraft als überzeugende Alternative. Das geht aus verschiedenen Untersuchungen der letzten Monate hervor, unter anderem durchgeführt von Infratest dimap, Forsa und Europressedienst. Damit sprechen sich die Bürgerinnen und Bürger eindeutig gegen die derzeit unter anderem von Bundeswirtschaftsminister Glos – ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Stromanbieters Unterfränkische Überlandzentrale Lülsfeld eG – forcierte Anti-Atomausstiegsdebatte aus.

In der Sendung „Sabine Christiansen“ vom 15. Januar 2006 bedauerte Glos, dass die deutschen Kernkraftwerke aus politischen Gründen zum Abschalten verurteilt worden seien. Dagegen warnte in derselben Sendung der Windenergieunternehmer Fritz Vahrenholt davor, die Energieversorgung Europas, namentlich Deutschlands, als sicher anzusehen. Sie sei „verletzlicher als die Politik uns Glauben macht“, so der Experte. Selbst Wulf Bernotat, Vorstandsvorsitzender von E.ON und derzeit ebenfalls Befürworter des Verbleibs in der Atomenergie, warnte: „Wenn die Ukraine uns das Gas abdrehte, dann hätten wir wirklich ein Problem."

Gerade der Streit um die russischen Gasimporte und die weiter steigenden Energiepreise haben die bundesdeutsche Bevölkerung wohl weiter sensibilisiert. Immerhin rund 81 Prozent der Bundesbürger sprechen sich nach der aktuellen Umfrage von Infratest dimap (Erhebungszeitraum 2. bis 3. Januar 2006) für den verstärkten Einsatz Erneuerbarer Energien aus. Sogar 87 Prozent wollen die aktuelle Förderung der Erneuerbaren Energien beibehalten oder noch verstärken, fand Forsa in seiner Umfrage vom April 2005 heraus.

„Die jüngste Umfrage von Infratest dimap bestätigt erneut, dass Erneuerbare Energien bei der Bevölkerung hoch im Kurs stehen", resümiert Dr. Simone Peter, Leiterin der Informationskampagne für Erneuerbare Energien in Berlin. „Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung wünscht sich einen konsequenten Ausbau von Erdwärme, Wasserkraft, Sonnen-, Wind- und Bioenergie."

Gerade weil unsere Energieversorgung zu fast 80 Prozent auf dem Import der immer knapper werdenden Ressourcen Öl, Gas, Kohle und Uran basiert, sollte laut der Energieexpertin Peters der Anteil heimischer Erneuerbarer Energieträger für die Strom , Wärme- und Kraftstoffversorgung massiv gesteigert werden. Daneben zählen ihrer Meinung nach Energieeinsparung und effiziente Nutzung von Energie zu den beiden Hauptstrategien, um die Versorgung dauerhaft zu sichern und Energie bezahlbar zu halten.

So wie es aussieht, sehen das mittlerweile nicht nur die Expertinnen und Experten so. Bleibt zu hoffen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre Verbrauchermacht auch nutzen und sich damit in die Atom-Ausstiegsdebatte einmischen.

Quelle: Bundesvereinigung Erneuerbare Energien e. V., ARD/Sabine Christiansen

Autorin: Petra Forberger für www.solarportal24.de



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