Artikel vom 13.11.2006, Druckdatum 18.08.2022

Deutscher Solarpreis 2006: Preisträger als Vorbilder

Am Samstag wurden in Heidelberg die Deutschen Solarpreise 2006 der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V., EUROSOLAR, verliehen. Ausgezeichnet wurde u.a. die Stadt Heidelberg und der Landkreis Kassel für ihr Engagement für Erneuerbare Energien, der Förderverein Wind- und Wasserkraft Ostalb e.V. aus Lauchheim sowie die TU Darmstadt, Fachgebiet Architektur, für die Bildung und Ausbildung im Fachbereich Entwerfen und Energieeffizientes Bauen. Die Laudationes auf die Preisträger hielt der bekannte Fernsehjournalist Dr. Franz Alt.

Seit 1994 wird der Deutsche Solarpreis von EUROSOLAR jährlich an Kommunen, Unternehmen, Einzelpersonen sowie an Organisationen vergeben, die sich besonders um die Nutzung der Sonnenenergie in all ihren verfügbaren Formen verdient gemacht haben. Ausgezeichnet werden herausragende innovative Projekte und Initiativen von Anwendungen Erneuerbarer Energien in verschiedenen Kategorien.

In der Kategorie Städte/Gemeinden, Landkreise und Stadtwerke erhielt den Solarpreis 2006 u.a. die Stadt Heidelberg für die Einführung eines eigenen „Heidelberger Standards“ zum Klimaschutz und die Verbreitung des Wissens über die Erneuerbaren Energien durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Handwerker und Architekten. Für sein konsequentes Setzen auf Erneuerbare Energien wurde auch der Landkreis Kassel ausgezeichnet. In der Region gebe es mittlerweile soviel Kompetenz, dass der Landkreis in diesem Jahr gemeinsam mit der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Handwerk eine Ausbildungsplatzkampagne im Bereich Erneuerbare Energien starten konnte, heißt es in der Würdigung. Einen Solarpreis 2006 gab es auch für die Stadtwerke Aachen (STAWAG).

Für die konsequente Nutzung Erneuerbarer Energien in ihren Kauf- und Baumärkten wurde die Firma Anton Limbach aus Asbach/Westerwald in der Kategorie „Industrielle und kommerzielle Unternehmen/Betriebe“ ausgezeichnet. Der Verein Wind- und Wasserkraft Ostalb e.V. (WWO) aus Lauchheim tritt in seiner Region für den sparsamen Umgang mit Energie und die Nutzung regenerativer Energien ein. Gewürdigt wurde mit dem Solarpreis 2006 „seine engagierte und breit angelegte Arbeit, sein Einfallsreichtum und seine unermüdlichen etwa 150 Mitglieder“, die den WWO zu einem „hoffnungsvollen und kompetenten Ansprechpartner für alle an einer nachhaltigen regionalen Energieversorgung interessierten Bürger“ machten.

Den Solarpreis 2006 erhielt auch Prof. Dr. Holger Rogall. Der Professor für Umweltökonomie setzte sich jahrelang für die Verwendung Erneuerbarer Energien im Bauwesen ein. Er entwickelte die „Berliner Solarverordnung“, einen Meilenstein für die gesetzliche Anregung zu Solarem Bauen. Michael Stöhr, Ludwig Karg, Markus Lurz und Martin Tischer von der B.A.U.M. Consult GmbH erhielten die Auszeichnung als Autorenteam. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes hatten sie einen praxisnahen Leitfaden für die komplette regionale Umstellung auf Erneuerbare Energien erstellt. Er „enthält unmittelbar verwendbare Tipps und verweist auf einen gut gepflegten Pool von Hilfsmitteln auf einer speziell dafür betriebenen Internetplattform“, hebt EUROSOLAR hervor.

Das seit 2001 am Fachbereich Architektur der TU Darmstadt bestehende Fachgebiet „Entwerfen und Energie-effizientes Bauen“ um Prof. Manfred Hegger, das sich in Forschung, Lehre und Praxis dem Solaren und nachhaltigen Bauen widmet, erhielt ebenfalls den Solarpreis 2006. Das Fachgebiet gebe seine Forschungsergebnisse in Architektenfortbildungen und Online-Datenbanken weiter und trage somit zu einer raschen Verbreitung des Know-Hows zum Energie-effizienten und Solaren Bauen bei.

Der Sonderpreis für besonderes persönliches Engagement wurde an den Mitinitiator des Potsdamer „Netzwerk Dezentrale EnergieNutzung e.V.“ und Mitglied des Vorstands des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V., Ulrich Jochimsen, verliehen. Der „Visionär“, erhielt den Sonderpreis für seinen „jahrzehntelangen, unermüdlichen Kampf für Innovationen in wichtigen gesellschaftlichen Bereichen“. Schon in den 1970er Jahren, nach der ersten Ölkrise, erkannte er in der Stromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplung eine entscheidende Komponente einer rationellen und energiesparenden Energieversorgung. In den Neuen Bundesländern hat sich Ulrich Jochimsen besonders einem besseren Schutz der Natur durch einen neuen Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser und der Nutzung der Sonnenenergie in ihrer ganzen Breite gewidmet.

Mehr Informationen zu den einzelnen Preisträgern gibt es unter www.eurosolar.de.

Quelle: Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V.
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