Artikel vom 17.08.2013, Druckdatum 20.11.2019

CDAK: Kosten für Atomstrom schöngerechnet?

Der Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) wirft dem Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) vor, die Kosten für Atomstrom absichtlich schönzurechnen. Vor dem Hintergrund der Kosten für Atomkraft nennt der CDAK den Betrieb von Atomkraftwerken eine „volkswirtschaftliche Idiotie“.

Der Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK) zitiert aus einem jüngst im manager magazin online erschienenen Artikel (Das blaue Wunder“, 9. August 2013) eine Aussage des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Dieses taxiert demnach die Kosten für Atomstrom auf 10,9 Cent pro Kilowattstunde. Nach Aussage des CDAK fehlt bei der „Berechnung“ (Zitat CDAK) des DIW ein entscheidender Kostenblock, da der Betrieb von Atomkraftwerken „volkswirtschaftliche Idiotie“ sei. Ihr Weiterbetrieb bedeute „mit den Lebens- und Zukunfts-Chancen russisches Roulette zu spielen“. 

Nach Ansicht des CDAK erledigt sich das Thema Atomstrom durch das tägliche Risiko des Totalschadens der deutschen Volkswirtschaft von selbst. Zwischen Gefährdungspotenzial und tatsächlichem Versicherungsschutz bestünden „himmelschreiende Missverhältnisse“. Derzeit decke der Versicherungsumfang nur 0,01 % der möglichen Schadenssumme von mehreren Billionen Euro ab.

Nach Aussage der Regierung von Helmut Kohl 1998 im Deutschen Bundestag geht aus einer Studie der renommierten Baseler Prognos AG für das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hervor, dass bei Berücksichtigung aller Folgekosten die errechneten Versicherungskosten pro Kilowattstunde Atomstrom reell bis zu zwei Euro betragen. Die auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler erstellte Grundsatzstudie hat den Titel „Identifizierung und Internalisierung der externen Kosten der Energieversorgung“. Damit sei die Kilowattstunde Atomstrom um 2.000 Prozent teurer als Windenergie und die Mehrzahl aller deutschen Atombetriebe extrem unterversichert, warnt der CDAK in einer Pressemitteilung. 

Angesichts ihres Gefährdungspotenzials und der aus naturgesetzlich zwingenden Gründen unlösbaren Entsorgung ist die weitere Nutzung von Atomenergie nach Ansicht des CDAK nicht mehr vertretbar. Der Verband fordert, dass alle Aufsichtsratsmandate und Nebentätigkeiten von Politikerinnen und Politikern in der Nuklearindustrie offenzulegen seien. Wer jetzt trotzdem noch Atomkraftwerke haben wolle, solle dies „bitte offen und ehrlich mit den ökonomischen Interessen der Atomindustrie begründen, aber nicht mit moralischen Ansprüchen. Atomenergie ist eindeutig a) nicht sozialverträglich b) auch nicht umweltverträglich und c) schon gar nicht nachweltverträglich“, so der Verband in einem Grundsatzpapier.

In diesem Zusammenhang weist der CDAK noch darauf hin, dass das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin überwiegend aus öffentlichen Mitteln – also von allen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern – finanziert wird.

Das CDAK-Grundsatzpapier finden Sie hier: www.castor.de/diskus/gruppen/cdak.html

Quelle: Bundesverband Christliche Demokraten gegen Atomkraft (CDAK)
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