Artikel vom 12.06.2013, Druckdatum 28.06.2022

„Wendepunkt Fukushima“ – Broschüre informiert über den Atomausstieg

Mit einer neuen Broschüre informiert das Energiewendeministerium Schleswig-Holstein über den Atomausstieg. Auf gut 40 Seiten gehen vier Experten in Fachbeiträgen der Frage nach, warum der Ausstieg aus der Atomenergie richtig war und ist.

„Fukushima war ein Wendepunkt. Spätestens seit dieser Katastrophe vor gut zwei Jahren wissen wir, dass die Kernschmelze kein hypothetisches Ereignis ist. Ein Mensch, der heute in mittleren Jahren ist, hat sie schon dreimal erlebt: in Harrisburg, in Tschernobyl und zuletzt in Fukushima. Höchstmögliche Sicherheit ist schon immer von allen Seiten gefordert worden. Heute wissen wir, dass diese erst gegeben ist, wenn der letzte Reaktor für immer abgeschaltet und ein geeignetes Endlager gefunden ist“, so der für die Atomaufsicht zuständige Energiewendeminister Robert Habeck .

In Fachbeiträgen lässt die Broschüre „Wendepunkt Fukushima. Warum der Atomausstieg richtig ist“ vier renommierte Experten zu Wort kommen. Zwei ehemalige hochrangige Mitarbeiter des Bundesumweltministeriums, Dieter Majer und Wolfgang Renneberg, beschreiben noch einmal den Unfallablauf in Fukushima, ziehen Parallelen zu europäischen Reaktoren und erläutern, warum der „Stresstest“ der EU-Kommission keinesfalls eine ausreichende Konsequenz aus Fukushima war.

Michael Herczeg, Universitätsprofessor und Unternehmensberater aus Lübeck, beschreibt den „Faktor Mensch“ bei Bau und Betrieb von Kernkraftwerken. Herczegs Kernthese: Bei einer Risikotechnologie wie der Atomkraft muss Verlass darauf sein, dass Mensch und Technik weitestgehend fehlerfrei zusammenwirken. Diese Verlässlichkeit ist aber nicht gegeben.

Mit Bezug auf die aktuelle Diskussion um die Entsorgung des Atommülls nimmt schließlich Michael Sailer, Vorsitzender der Entsorgungskommission des Bundes, Stellung. Sailer erläutert, warum die bisher noch fehlenden Endlager keinesfalls ein Grund sind, den Atomausstieg hinauszuschieben.

Minister Habeck zusammenfassend: „Der Atomausstieg ist in einem breiten gesellschaftlichen Konsens beschlossen worden. Ich hoffe darauf, dass dieser Konsens uns auch dann trägt, wenn wir die nötigen weiteren großen Schritte gehen: bei der offenen Endlagersuche und bei der Umsetzung der Energiewende.“

Die Broschüre kann in Papierform bestellt werden beim: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Adolf-Westphal-Str. 4, 24143 Kiel, Telefon 0431 988-4290 oder 4205, Telefax 0431 988-4232, E-Mail-Adresse: steffi.boettche@melur.landsh.de.

Die Broschüre ist außerdem auch als Download im Internet abrufbar. 

Quelle: Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein
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