Artikel vom 29.05.2013, Druckdatum 21.10.2021

Eurostat: CO2-Emissionen in Deutschland gestiegen

Die CO2 Emissionen aus der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle sind 2012 EU-weit zwar gesunken, in Deutschland aber gestiegen. Das zeigen heute erstmals veröffentlichte frühzeitige Schätzungen des Europäischen Statistikamtes Eurostat. Deutschland verzeichnet demnach im EU-Vergleich die mit Abstand höchsten CO2 Emissionen in absoluten Zahlen (728 Millionen Tonnen), gefolgt vom Vereinigten Königreich (472 Millionen Tonnen) und Italien (366 Millionen Tonnen).

Während die CO2 Emissionen zwischen 2011 und 2012 in fast allen EU-Staaten gesunken sind, stiegen sie in Malta (+ 6,3 Prozent), dem Vereinigten Königreich (+3,9 Prozent), Litauen (+1,7 Prozent) und Deutschland (+0,9 Prozent) an. Die größten Rückgänge verzeichneten Belgien und Finnland (je -11,8 Prozent), Schweden (-10,1Prozent), Dänemark (-9,4 Prozent), Zypern (-8,5 Prozent), Bulgarien (-6,9 Prozent), die Slowakei (-6,5 Prozent), die Tschechische Republik (-5,2 Prozent), Italien und Polen (je -5,1 Prozent). In der EU insgesamt verursachte die Verbrennung fossiler Energieträger 2,1 Prozent weniger CO2 Emissionen als 2011. Im Jahr davor waren sie noch um 4,1 Prozent zurückgegangen. 

CO2 Emissionen leisten einen wesentlichen Beitrag zur globalen Erwärmung und machen rund 80 Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen aus. Sie werden von verschiedenen Faktoren, wie beispielsweise klimatischen Bedingungen, wirtschaftlichem Wachstum, der Bevölkerungsgröße sowie durch Verkehrs- und Industrieaktivitäten, beeinflusst.

Die Europäische Union hat sich das langfristige Ziel der Umstellung auf eine CO2-freie Wirtschaft gesetzt. Ein zentrales Instrument ist dabei das EU-Emissionshandelssystem, das derzeit jedoch unter einem Überangebot von CO2-Zertifikaten leidet. Die Europäische Kommission hat deshalb vorgeschlagen, das Handelssystem zu stärken: sie möchte die Versteigerung von 900 Millionen Zertifikaten in die Handelsperiode ab 2019 verschieben („backloading“). 

Quelle: Europäische Kommission
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