Artikel vom 17.04.2013, Druckdatum 25.06.2022

DESERTEC Foundation stellt Kriterienkatalog zur Umsetzung von solaren Großprojekten vor

Die DESERTEC Foundation stellt nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit einen Kriterienkatalog vor, der die ökologisch und sozial verträgliche Umsetzung von solaren Großprojekten in Wüstenregionen sicherstellen soll. Mit diesem Schritt löst DESERTEC den Grundsatz ein, die Einhaltung von sozialen Standards und der wirtschaftlichen Teilhabe der örtlichen Bevölkerung bei der Realisierung des DESERTEC-Konzeptes in konkreten Projekten durchzusetzen.

Mit den Qualitätskriterien erhalten Regierungen, Investoren und öffentliche Geldgeber ein Instrument an die Hand, um klare Vorgaben für die Ausgestaltung ihrer Energieprojekte in Wüstengebieten zu formulieren, so dass eine ökologisch verträgliche Umsetzung, vor allem eine Beteiligung der lokalen Bevölkerung an den Planungen und am Gewinn sichergestellt werden kann. Das erhöht langfristig auch die Planungs- und Investitionssicherheit für Investoren. „Bürgerbeteiligung und Naturverträglichkeit spielen in der Energiewende in Europa eine fast selbstverständliche Rolle. Dies muss auch bei internationalen Projekten und bei der globalen Energiewende zum Standard werden“, so Dr. Thiemo Gropp, Vorstand der DESERTEC Stiftung.

Kern der Kriterien sind Grundprinzipien, die auf nachhaltige Energieprojekte im industriellen Maßstab anzuwenden sind. Dabei geht es insbesondere um die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit, der Versorgungssicherheit, der mit Projekten einhergehenden gesellschaftlichen Entwicklung und Umwelteinwirkungen. So regelt z.B. das Prinzip 4 des Katalogs den Nutzen für die lokale Bevölkerung, die Beteiligung von Interessengruppen bei der Entwicklung von Kraftwerksprojekten und die Transparenz im gesamten Prozess.

Die DESERTEC-Foundation wendet die Kriterien bereits an und hat in den Jahren 2012 und 2013 das solare Turmprojekt der TuNur Ltd. erfolgreich evaluiert. Der Kriterienkatalog wird nun auf der Grundlage von ersten Prozesserfahrungen und durch den umfassenden Dialog mit den Interessengruppen kontinuierlich fortentwickelt. 

Weitere Informationen unter www.desertec.org

Quelle: DESERTEC-Foundation
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