Artikel vom 10.04.2013, Druckdatum 22.10.2019

Abrechnung von minimalen Strombezügen von Einspeisungsanlagen

Der Einbau von Zweirichtungszählern bei Photovoltaik Anlagen ohne weitere angeschlossene Verbraucher führt bei einigen Netzbetreibern und Anlagenbetreibern zu Irritationen bei der Abrechnung der meist minimalen Strombezüge. Rechtsanwalt Dr. Patrick Schweisthal vom Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. (SFV) erklärt die Hintergründe.

Diese minimalen Strombezüge stehen ausschließlich mit dem Erhalt der Einspeisungsbereitschaft im notwendigen Zusammenhang und sind somit vor dem Hintergrund der Anschluss- und Abnahmeverpflichtung des Netzbetreibers nach §§ 5; 8 EEG von diesem selbst bereitzustellen, heißt es in einer Pressemitteilung des SFV.

Als Abrechnungspreis für diesen minimalen Strombezug bietet sich laut Schweisthal an, die BDEW-Tabelle (siehe www.bdew.de/internet.nsf/id/DE_Mehr-Mindermengen-Abrechnung) für die Abrechnung von Mehr- und Mindermengen im Verhältnis von Netzbetreiber und Stromlieferanten anzuwenden, auf die häufig in den Preisblättern der Netzbetreiber verwiesen wird.

Für Abrechnungen auf den 31. Dezember 2012 ergibt sich hieraus z.B. ein Abrechnungspreis von 0,0467 Euro /kWh, den der Netzbetreiber von der Einspeisungsgutschrift absetzen kann. Da der Betreiber hier auch nicht als Letztverbraucher anzusehen ist, fallen hier auch keine zusätzlichen Posten wie EEG Umlage, Konzessionsabgabe, Netznutzungsentgelt und Stromsteuer an.

Der Betreiber sollte daher eine Einstufung seines minimalen Strombezugs in den Tarif der Grundversorgung nicht hinnehmen und auch nicht einer Aufforderung des Netzbetreibers zur Benennung eines anderen Lieferanten Folge leisten, sondern die Angelegenheit wenn nötig gerichtlich klären lassen, so der Rechtsanwalt abschließend.

Quelle: Solarenergie Förderverein Deutschland e.V. (SFV)

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