Artikel vom 17.12.2012, Druckdatum 31.01.2023

Photovoltaik-Industrie: Machnig befürchtet weitere Stellenstreichungen

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig bedauert die Entscheidung des Photovoltaik Unternehmens Sunways AG, am Standort Arnstadt bis zu 50 Prozent seiner Arbeitsplätze zu reduzieren. Für die prekäre Lage der deutschen Photovoltaik Branche macht Machnig auch die Bundesregierung verantwortlich, die durch unvorhersehbare Kürzungen beim EEG und Verunglimpfung der gesamten Photovoltaik Branche als „Preistreiber“ eine Zukunftsindustrie gefährde.

„Es ist bekannt, dass sich die Solarindustrie in einer schwierigen Lage befindet. Der Grund dafür sind weltweite Überkapazitäten, der aggressive Dumpingwettbewerb vor allem chinesischer Solarhersteller, aber auch mangelnde Unterstützung durch die Bundesregierung“, so Machnig in einer Stellungnahme zur Sunways-Entscheidung.

Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass in den kommenden Wochen und Monaten weitere Produzenten Kapazitäten und Stellen reduzieren werden. Statt verlässliche Rahmenbedingungen zu bieten, habe die Bundesregierung über Jahre hinweg immer neue, unvorhersehbare Kürzungen an der Solarstromvergütung vorgenommen und zugleich die ganze Branche als Preistreiber verunglimpft. Vorschläge und Gesprächsangebote der thüringischen Landesregierung seien ignoriert worden.

Machnig: „Damit gefährdet die Bundesregierung eine Zukunftsindustrie, die gerade in den neuen Bundesländern für Tausende Arbeitsplätze gesorgt hat. Das Wichtigste ist jetzt, schnell für einen fairen Wettbewerb zu sorgen und den Technologievorsprung der deutschen Modulhersteller wieder auszubauen – indem massiv in Forschung und Technologie investiert wird.“

Die EU-Kommission wird im Herbst 2013 über Anti-Dumpingmaßnahmen gegen chinesische Solarunternehmen entscheiden. Die Zeit bis dahin dürfe man aber nicht ungenutzt verstreichen lassen, so Machnig weiter.

Das thüringische Wirtschaftsministerium hat in einem Strategiepapier gemeinsam mit der Thüringer Solarbranche Vorschläge für eine strategische Weiterentwicklung der Photovoltaik Industrie vorgelegt. Dazu zählen Maßnahmen zur Erschließung internationaler Märkte, zur Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle oder für ein besseres Marketing. „Ich fordere die Bundesregierung auf, jetzt auf die Länder zuzugehen und gemeinsam mit ihnen die Initiative zugunsten der deutschen Solarwirtschaft zu ergreifen“, so Machnig in seiner Stellungnahme abschließend. 

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie
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