Artikel vom 23.11.2012, Druckdatum 06.12.2022

Energiekonzerne bringen gesamte Energiewende in Misskredit

Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat den Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung in Thüringen als Erfolg gewertet. „Thüringen ist auf dem richtigen Weg“, sagte der Minister. Zugleich kritisierte Machnig die bundesweit unter Hinweis auf die EEG Umlage geplanten Strompreiserhöhungen als „nicht nachvollziehbar“: „Bei angekündigten Aufschlägen zwischen zwei und 20 Prozent liegt der Verdacht nahe, dass ein Teil der Stromversorger in Deutschland die Energiewende nutzt, um abzukassieren.“

Nach Umfragen von Verbraucherportalen planen viele Energieversorger ab dem kommenden Jahr beim Strom Preisaufschläge von durchschnittlich zwölf Prozent. „Das ist für mich nicht nachvollziehbar und durch die EEG Umlage auch nicht zu rechtfertigen“, sagte Machnig. 

Im Gegenteil gebe es eine preisdämpfende Wirkung der regenerativen Energien an der Strombörse, die aber offenbar nicht weitergegeben werde. „Die großen Energiekonzerne erzielen Milliardengewinne, während die Verbraucherinnen und Verbraucher zusätzlich zur Kasse gebeten werden“, sagte Machnig: „Durch dieses Verhalten wird die gesamte Energiewende in Misskredit gebracht.“

So macht die EEG Umlage auch nach der Anhebung auf rund 5,2 Cent je Kilowattstunde nur etwa 20 Prozent des Strompreises aus – 80 Prozent werden vor allem durch Erzeugung, Transport, Vertrieb, Mehrwert- und Stromsteuer und die Konzessionsabgabe bestimmt. Der Wirtschaftsminister forderte die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden. 

„Außer Ankündigungen hat man von Bundesumweltminister Altmaier noch nicht viel gehört“, sagte Machnig. Schwarz-Gelb glänze durch energiepolitische Tatenlosigkeit. „Wir brauchen jetzt keine neuen Internet-Plattformen, sondern mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt und ein vernünftiges Konzept für die Energiewende“, sagte der Minister.

Laut thüringischem Landesamt für Statistik ist der Anteil der Stromerzeugung aus regenerativen Quellen in Thüringen im vergangenen Jahr um 6,5 Prozentpunkte auf 47 Prozent gestiegen. Dies entspricht etwa 27 Prozent des Nettostromverbrauchs im Freistaat.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

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