Artikel vom 12.10.2012, Druckdatum 25.01.2022

Bei Energiewende nicht auf „rückwärtsgewandte Bedenkenträger“ hören

Bei der Energiewende seien „die Chancen größer als die Risiken. Aber zurzeit wird zu viel über die Risiken und zu wenig über die Chancen geredet“, so der neue Bundesratspräsident, Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne). Die Vorschläge des Bundesumweltministers für eine Reform des Gesetzes zur Förderung der Erneuerbaren Energien sieht Kretschmann „skeptisch“. „Wir müssen jetzt nicht daran gehen, die Erneuerbaren Energien zu bremsen, sondern wir müssen gucken, dass alles aufeinander abgestimmt und synchronisiert wird. Das ist die Herausforderung. Da muss man mutig vorangehen und nicht zu viel auf rückwärtsgewandte Bedenkenträger hören.“

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat sich für seine Zeit als Bundesratspräsident viel vorgenommen. „Mein Bestreben ist es, den Föderalismus in Deutschland etwas populärer zu machen als er ist“, sagte er in einem PHOENIX-Interview. Gleichzeitig gab er zu, dass die in ihn gesetzten Erwartungen „sehr groß sind und sicher nicht erfüllbar“. Seine Rolle sieht Kretschmann darin, bei wichtigen Themen wie der Energiewende zu „moderieren“, um die regional unterschiedlichen Interessen zusammenzubringen und Kompromisse zu finden.

Weiterhin betonte Kretschmann, dass bei der Suche nach einem Atommüllendlager ein nationaler Konsens nötig sei. Dafür sei eine große Kompromissbereitschaft erforderlich. „Es ist wichtig, dass wir uns immer vor Augen führen, dass es um die nächsten 100.000 Jahre geht und nicht um den nächsten Wahltermin. Nur wenn man das vor Augen hat, kann es in dieser schwierigen Frage überhaupt zu einem Konsens kommen. Dafür setze ich mich mit aller Kraft ein“, sagte er gegenüber PHOENIX. 

Das gesamte Interview gibt es im PHOENIX-YouTube-Kanal unter www.youtube.com/watch?v=SiT8z2dAYAg&feature=plcp 

Quelle: PHOENIX-Kommunikation
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