Artikel vom 09.10.2012, Druckdatum 28.09.2022

Photovoltaik-Zulieferer stehen vor großen Herausforderungen

Die Auftragssituation der Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen für die Photovoltaik in Deutschland hat sich zum Ende des dritten Quartals 2012 erheblich abgekühlt. In der aktuellen Geschäftsklima-Umfrage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) melden 85 Prozent der Unternehmen eine Verschlechterung der Auftragslage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die teilnehmenden Branchenvertreter prognostizieren für das laufende Jahr eine deutlich schwächere wirtschaftliche Entwicklung als noch in der Frühjahrsprognose.

„Die Photovoltaik Maschinenbauer in Deutschland gehen von einem durchschnittlichen Umsatzrückgang von knapp 50 Prozent im Jahr 2012 aus. Die Investitionszurückhaltung führender Wafer-, Zell- und Modulhersteller dauert weiter an. Aufgrund der sich im Feld befindenden Überkapazitäten erwarten wir einen neuen Investitionszyklus nicht vor Ende 2013“, erklärt Dr. Peter Fath, Technologievorstand der centrotherm photovoltaics AG und Vorsitzender von VDMA Photovoltaik Produktionsmittel.

Trotz der schwierigen Marktlage nutzten zurzeit nur 28 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit. Auch was die künftige Personalplanung anbetrifft setzt ein Gros der Photovoltaik Zulieferer auf Kontinuität. Lediglich 20 Prozent der Melder plant in den nächsten Monaten sich von einem Teil der Belegschaft zu trennen.

„Wir sind trotz der angespannten Lage zuversichtlich, dass der deutsche Photovoltaik Maschinenbau seine Schlüsselstellung in der Photovoltaikproduktion behaupten wird“, betont Dr. Florian Wessendorf, Projektleiter bei VDMA Photovoltaik Produktionsmittel. „Um die straffen Herausforderung in der Photovoltaik Produktion – weitere Kostensenkung bei gleichzeitiger Effizienz Steigerung – zu bewältigen, werden unsere Kunden auch in Zukunft auf Lösungen ‚Made in Germany‘ vertrauen. Deutsche PV-Maschinenbauer und Technologielieferanten werden weltweit als Technologieführer wahrgenommen. Diesen Vorsprung gilt es zu halten beziehungsweise auszubauen“, ergänzt Fath.

Dem deutschen Photovoltaik Maschinenbau macht aktuell besonders die unterdurchschnittliche Kapazitätsauslastung zu schaffen. Rückläufig sind auch die Auftragsbestände. Waren in den letzten Jahren nicht selten Auftragsreichweiten von über 7 Monaten üblich, so pendelt sich die von den Unternehmen ermittelte Auftragsreichweite zum Ende des dritten Quartals 2012 auf 5,1 Monate ein. Zur Stützung der Erträge fokussieren sich die PV-Maschinenbauer verstärkt auf Absatzsteigerung – Ausweitung des Produkt- und Serviceportfolios – sowie auf Effizienzsteigerungen in Produktion, Logistik und Personal. Längerfristige Investitionen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen werden vor allem in der Forschung und Entwicklung, aber auch in der Effizienzsteigerung getätigt.

„Die deutschen Photovoltaik Zulieferer arbeiten mit Hochdruck daran, die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik fortzuschreiben. Für die weitere Positionierung am Markt setzt die Branche neben der kontinuierlichen Optimierung der Produktionsprozesse und einer weiteren gezielten Kostenminimierung auch auf die strategische Erschließung neuer Märkte. Darüber hinaus steht die konsequente Nutzung von Synergieeffekten aus Kooperationen zwischen Maschinenbauern und Schlüsselkunden für viele Akteure auf der Agenda“, unterstreicht Fath.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) vertritt über 3.100 Unternehmen des mittelständisch geprägten Maschinen- und Anlagenbaus. Mit rund 970.000 Beschäftigten (Juni 2012) im Inland und einem Umsatz von 201 Milliarden Euro (2011) ist die Branche größter industrieller Arbeitgeber und einer der führenden deutschen Industriezweige insgesamt. Rund 100 VDMA-Mitglieder beschäftigen sich derzeit mit dem Thema Photovoltaik Das Thema startete 2007 als Zusammenarbeit der VDMA-Sparten Elektronikfertigung (Productronic), Glastechnik, Energie, Organic Electronics, Robotik+Automation, Laser-Fertigungstechnik und Photonik, Oberflächentechnik, Vakuumtechnik sowie Displays.

Quelle: Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA)
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