Artikel vom 07.09.2012, Druckdatum 04.12.2021

BUND fordert: Lasten der Energiewende fair verteilen

„Es darf nicht so weitergehen, dass die Haushalte die Hauptlast schultern und sich zugleich große Teile der Industrie aus der Verantwortung stehlen. Akzeptanz bekommt die Energiewende nur, wenn die Lasten des Umbaus der Energieversorgung fair verteilt werden. Derzeit ist das nicht der Fall“, sagt Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Der BUND fordert, dass alle Vorteilsnehmer der Energiewende stärker zu deren Finanzierung beitragen müssen.

Laut BUND zahlten über 700 Unternehmen der Chemie-, Stahl- und Aluminiumindustrie nur sehr geringe Beiträge zur Förderung der Erneuerbaren Energien. Die Entlastung dieser Unternehmen belaufe sich allein für das Jahr 2012 auf insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro.

„Während die stromintensive Industrie bei der Finanzierung der Energiewende die Biege macht, steigen die Kosten für den Umbau der Energieversorgung bei privaten Haushalten und kleineren Unternehmen. Diese Ungerechtigkeiten müssen endlich beseitigt werden“, so Weiger.

Neben der gerechteren Verteilung der Kosten der Energiewende sei die Senkung des Stromverbrauchs die sinnvollste Maßnahme, um die Energiewende zu beschleunigen und sie zugleich kostengünstig zu gestalten. 

„Leider scheint die Bundesregierung ihre eigenen Stromsparziele nicht wirklich ernst zu nehmen. Energiespar-Programme gehören zu den effektivsten Investitionen. Zugleich schaffen sie viele neue Arbeitsplätze. Wer die Effizienzpotenziale bei der Energienutzung nicht ausschöpft, sollte sich über Umsetzungsprobleme bei der Energiewende nicht beklagen“, sagt der BUND-Vorsitzende. 

Quelle: Bund für Umwelt und naturschutz e.V. (BUND)
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