Artikel vom 13.08.2012, Druckdatum 30.10.2020

Solar Millennium: Insolvenzverwalter beim Anteile-Verkauf erfolgreich

Der Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, Volker Böhm, hat im Juli den 13-prozentigen Anteil am Andasol 3-Projekt, den 74,9-prozentigen Anteil an der Flagsol GmbH sowie den 26-prozentigen Anteil an der Projektgesellschaft für das spanische Solarkraftwerk Arenales veräußert. Die beiden größten US-Projekte der insolventen Solar Millennium AG haben bereits Ende Juni Investoren gefunden. Böhm ist es damit gelungen, die Quoten-Aussichten der Solar Millennium-Gläubiger weiter zu erhöhen.

Durch den Verkauf des im Jahr 2011 erworbenen Anteils am 50-Megawatt-Solarkraftwerk Arenales erhält die Solar Millennium AG das investierte Eigenkapital zuzüglich eines Gewinnaufschlags zurück, wodurch der Kaufpreis zweistellige Millionenhöhe erreicht, heißt es in einer Pressemitteilung. Erwerber ist die STEAG 1 Beteiligungsgesellschaft GmbH, eine hundertprozentige Tochter der STEAG, dem fünftgrößten deutschen Stromerzeuger. 

Das Kraftwerk Arenales in der Nähe der Stadt Morón de la Frontera (Provinz Sevilla/Andalusien) befindet sich zurzeit im Bau. Anfang des Jahres war es zunächst gelungen, die Fortsetzung des Projektes trotz der Insolvenz der Solar Millennium AG sicher zu stellen und damit die Grundlagen für den jetzt erfolgten Verkauf zu legen. Dennoch hätten der Unterzeichnung des Kaufvertrags eine ganze Reihe von Hindernissen entgegen gestanden, so der Insolvenzverwalter. Erst in langwierigen Verhandlungen sei die Zustimmung des aus acht finanzierenden Banken bestehenden Bankenkonsortiums sowie der Mitgesellschafter – RREEF (49 Prozent) und OHLI (25 Prozent) – erreicht worden. 

„Mit dem Verkauf an die STEAG ist ein idealer Partner eingestiegen, der die Weiterführung des Projekts sichert”, unterstrich Insolvenzverwalter Böhm nach Unterzeichnung des Kaufvertrags. „Ich freue mich, dass wir alle Probleme konstruktiv mit den Banken und den anderen Gesellschaftern lösen konnten. Dies gilt um so mehr, als die Ausgangssituation mehr als schwierig war.” 

Insgesamt konnte der Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG im Juli einige maßgebliche Erfolge verbuchen: Am 12. Juli 2012 meldete er den 13-prozentigen Anteil der Solar Millennium am Andasol 3-Projekt über den Verkauf der Andasol 3 Kraftwerks GmbH. Erwerber ist der Andasol 3-Fonds GmbH & Co. KG, der auch wirtschaftlicher Nutznießer des Projektes ist. Durch diesen Verkauf fließen den Gläubigern der Solar Millennium AG bis zu 36 Millionen Euro zusätzlich zu, so Insolvenzverwalter Böhm nach Unterzeichnung des Kaufvertrags.

Bereits am 6. Juli 2012 hat Böhm den 74,9-prozentigen Solar Millennium-Anteil an der Flagsol GmbH an die Ferrostaal GmbH verkauft. Die Flagsol GmbH ist ein Joint Venture von Solar Millennium und Ferrostaal und hat als Engineering- und Anlagenbaugesellschaft die Solarkraftwerkprojekte von Solar Millennium mitentwickelt und realisiert. Ferrostaal wird das Unternehmen vollständig fortführen und alle der rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen. Der Sitz des Unternehmens soll in Köln verbleiben. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die beiden größten US-Projekte der insolventen Solar Millennium AG haben Ende Juni bereits Investoren gefunden. Der Verkauf erfolgte über eine Auktion, die im Rahmen des laufenden US-Insolvenzverfahrens nach „Chapter 11“ abgeschlossen wurde. Verkauft wurden die Projektgesellschaften für die geplanten Solarkraftwerke Blythe (Käufer: die NextEra Energy Gruppe aus USA) und Palen (Käufer: BrightSource Energy Gruppe, USA). Beide Käufer haben angekündigt, die Projekte bald fortsetzen zu wollen.

Quelle: Solar Millennium AG

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