Artikel vom 01.08.2012, Druckdatum 25.06.2022

Sovello will Transfergesellschaft aus eigener Kraft sicherstellen

Nach der Absage der Investitionsbank, die Transfergesellschaft abzusichern, haben Geschäftsführung und vorläufige Sachwaltung der Thalheimer Sovello GmbH die wirtschaftliche Lage und den Stand des Investorenprozesses abermals bewertet. „Im Ergebnis wird Sovello die Mittel von gut zwei Millionen Euro für die Transfergesellschaft aus eigener Kraft sicherstellen“, so der vorläufige Sachwalter der Sovello GmbH, Bernd Depping. Die Belegschaft des integrierten Photovoltaik Herstellers sei über den aktuellen Stand des Sanierungs- und Investitionsprozesses informiert worden.

„Das ist verantwortungsvoll gegenüber den engagierten und qualifizierten Mitarbeitern und es ist im Interesse der Gläubiger wirtschaftlich geboten, da Alternativen deutlich mehr Kosten verursachen würden“, so Depping weiter. 475 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum überwiegenden Teil in den vergangenen Tagen bereits erste Gespräche zu ihrem Qualifikationsprofil geführt haben, werden ab dem 1. August 2012 für fünf Monate weiter beschäftigt, weiter qualifiziert und weiter vermittelt.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung Dr. Reiner Beutel informierte die Belegschaft über den Verlauf der Gespräche mit Investoren in Asien: „Insgesamt sind seit Mitte Mai 2012 260 Interessenten angesprochen worden, von denen sieben ernsthaftes Interesse gezeigt hätten und aktuell vier noch im Rennen sind“, so Beutel.

Das Interesse an dem integrierten Produktionsprozess Sovellos, bei dem bis zu 50 Prozent weniger Silizium und 50 Prozent weniger Energie benötigt wird als bei konventionellen Wettbewerbern, sei unverändert sehr hoch. Die Verhandlungspartner seien sich über die zeitliche Herausforderung und den Bedarf an Liquidität völlig im Klaren und hätten jeweils für sich selbst eine klare Vorstellung von der Struktur der Transaktion entwickelt. „Unser Fazit der Verhandlungen: Es besteht eine realistische Chance und ist aller Mühen wert, Sovello mit der STRING RIBBON™-Technologie und rund 500 Arbeitsplätzen mit passenden Investoren am Standort Thalheim zu erhalten“, so Beutel weiter.

„Wir hoffen, dass wir mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens nahtlos an unsere Gespräche mit Investoren anknüpfen können und mit einem eingespielten Team die vorbereiteten Sanierungsmaßnahmen anpacken und umsetzen können“, erklärte Beutel auf der Belegschaftsversammlung.

Zu Kommentaren der Landespolitik zum Stand des Sanierungs- und Investorenprozesses befragt sagte Beutel: „Sollten die Äußerungen einiger Landespolitiker zum Stand des Verfahrens gut gemeint gewesen sein, um die Verhandlungen zu beschleunigen, so waren diese letztendlich wenig hilfreich und alles andere als gut gemacht.“ Zeitlich, inhaltlich wie handwerklich seien die Kommentare zu Sovellos Sanierungsanstrengungen schlichtweg irreführend: „Ein wesentlicher Teil der Fertigung soll nach dem Willen der Investoren in Thalheim bleiben und den europäischen Markt bedienen können.“

Quelle: Sovello GmbH
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