Artikel vom 08.06.2012, Druckdatum 30.06.2022

Steigende Strompreise: Photovoltaik taugt nicht als Schwarzer Peter

„Solarenergie taugt nicht als Schwarzer Peter für steigende Strompreise. Sie war einmal teuer, inzwischen sind durch eine beispiellose technologische Entwicklung ihre Kosten aber unter Kontrolle“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar). Dies bestätigt eine aktuelle Berechnung des Marktforschungsinstituts Prognos und widerlegt damit die These, dass die Kosten der Energiewende den Erneuerbaren Energien, derzeit insbesondere der Photovoltaik anzulasten seien.

In der gegenwärtigen Diskussion um die Energiewende wird zuweilen versucht, die Strompreiserhöhung dem Ausbau von Solarstrom anzulasten. Eine aktuelle Berechnung des Marktforschungsinstituts Prognos widerlegt nun diese These. Demnach würde auch eine Verdoppelung des Anteils der Solarenergie am deutschen Strom Mix von 3,2 Prozent im Jahr 2011 auf rund sieben Prozent private Stromtarife bis zum Jahr 2016 um lediglich 2,5 Prozent steigen lassen. 

Um einen Markteinbruch und eine Insolvenzwelle in der Solarbranche zu verhindern, fordert der Bundesverband Solarwirtschaft in Übereinstimmung mit dem Bundesrat gegenwärtig Nachbesserungen an den vorliegenden Plänen des Bundestages, die Solarstrom-Förderung bis Anfang 2013 um bis zu 45 Prozent zu kürzen. Die Prognos AG untersuchte auch die Mehrkosten für Verbraucher, die mit den geforderten Nachbesserungen am Fördergesetz verbundenen sind. Die Stromrechnung eines Durchschnittshaushaltes erhöht sich dadurch in den nächsten vier Jahren um lediglich ein halbes Prozent. 

Die Kosten für den weiteren Ausbau der Photovoltaik sinken rapide. Die Umstellung von einem Prozent des herkömmlichen Strom Mix auf Solarstrom hätte im Jahr 2005 einen Durchschnittshaushalt noch rund 2 Euro im Monat gekostet. In diesem Jahr zahlen Verbraucher für jeden weiteren Prozentpunkt Solarstrom-Anteil nur noch etwa 60 Cent pro Monat. Dazu erklärt Körnig: „Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, den Ausbau von Solarstrom durch überzogene Einschnitte bei der Solarstromförderung zu drosseln und damit die Existenz von hunderten Solarunternehmen aufs Spiel zu setzen.“ 

Der Branchenverband hatte in den vergangenen Monaten gemeinsam mit einem breiten Bündnis aus Umweltverbänden, Gewerkschaften und wissenschaftlichen Einrichtungen wiederholt vor zu drastischen Einschnitten bei der Solarstrom-Förderung gewarnt und für einen weiteren kraftvollen Ausbau der Solarenergie geworben, um die Energiewende und die Existenz tausender Solarjobs in Deutschland zu sichern.
Die Solarbranche darf hoffen, dass die im Deutschen Bundestag am 29.3.2012 beschlossenen, drastischen Einschnitte bei der Solarstrom-Förderung jetzt im Vermittlungsverfahren zwischen Bundesrat und Bundestag nachgebessert werden. Der Vermittlungsausschuss zwischen Bundestag und Bundesrat tagt am 13. Juni in Berlin. 

Sollte es zu keinen Nachbesserungen bei den geplanten Förderkürzungen kommen, wird der deutsche Photovoltaik Umsatz nach einer jüngsten Unternehmensbefragung des BSW-Solar im nächsten Jahr um rund 60 Prozent einbrechen. Dies hätte verheerende Auswirkungen auf die Solarbranche und die Energiewende. 

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.

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