Artikel vom 05.06.2012, Druckdatum 09.07.2020

Roboter montiert Photovoltaik-Kraftwerke vollautomatisch

Der Bau von Freiflächen-Photovoltaik-Parks ist weitgehend Handarbeit. Weil identische Abläufe aber oft mehrere hunderttausend Mal wiederholt werden, hatte die PV-Kraftwerker GmbH & Co. KG aus Göppingen schon lange Automatisierungsoptionen im Visier: Mit dem Montage-Roboter „Momo“ präsentiert das Unternehmen die Antwort.

Der mobile Montage-Roboter „Momo“ umfasst Unternehmensangaben zufolge sämtliche Arbeitsschritte und eignet sich besonders für die Freiflächenmontage, wo das Gelände oft unwägbar ist und die Distanzen groß: Magaziniert mit den entsprechenden Photovoltaik Modulen, fährt der Apparat an die definierte Stelle, montiert die Photovoltaik Einheit und fährt zur nächsten.

„Bei Momo gehen faktisch keine Module mehr zu Bruch, Fehler bei der Montage sind wegen der Programmierung komplett ausgeschlossen und auch Monteure kommen nicht mehr zu Schaden“, zählt Eberhard Schulz, Geschäftsführer der PV-Kraftwerker GmbH & Co. KG die Vorzüge auf. Das entspreche einer Effizienzsteigerung von 20 Prozent, prognostiziert der 42-jährige gelernte Landwirt. Auch Wartungs- und Reinigungsarbeiten sowie Rückbau von Anlagen fänden in ähnlicher Größenordnung statt. 

Das mit Sensoren ausgerüstete Greifer-System ermöglicht die vollautomatische Montage der Module auf vorhandener Aufständerung in beliebigem Gelände. Wahlweise auf dem Greifer oder dem Trägerwerkzeug positioniert, erfasst eine 3-D-Kamera den kompletten Montageprozess der Module und justiert Abweichungen vom Standard millimetergenau nach. Dies können sowohl ungenaue Bohrungen im Rahmen als auch leicht versetzte Aufständerungen im Gelände, etwa wegen schwierigen Untergrunds, sein. 

„Deshalb gleicht Momo schwieriges Gelände und Neigungen des Roboters fehlerfrei aus“, verdeutlicht Schulz, wie viel Intelligenz und Branchen-Know-how in seiner Technik stecken. Denn eine spezielle Interface-Software wandelt die vom Sensor erfassten Daten in Koordinaten um, die Momo lesen kann. Greifer und Kamera sind wiederum so aufeinander abgestimmt, dass sie zuverlässig und schnell die Positionen auf der Aufständerung erfassen und das Modul präzise montieren. Dieser Vorgang wiederholt sich je nach Größe eines Photovoltaik Kraftwerks 100.000-fach. Dabei legt der autonome Montage-Roboter bis zu 70 Kilometer zurück. 

Auch bei der Demontage eines Photovoltaik Kraftwerks kann Momo eingesetzt werden. Das Montagesystem arbeitet dann einfach im umgekehrten Zyklus. Die Module können so erneut verwendet werden, weil sie unbeschädigt bleiben. Eine weitere Variante des Greifersystems kann Module im Dauerbetrieb auch pflegen und warten. Der Roboter samt digitaler Technik arbeitet batterie- oder generatorbetrieben. 

„Momo“ kann jeweils Module für sechs Quadratmeter Kollektorfläche und 140 Kilogramm Gewicht verlegen. Eine standardisierte Schnittstelle zum schnellen Greiferwechsel ist vorhanden und macht MOMO flexible für die unterschiedlichsten Anforderungen. Die einzigartige Lösung von PV-Kraftwerker ermöglicht zudem eine witterungsunabhängige Montage über 24 Stunden. 

Quelle: PV-Kraftwerker GmbH & Co. KG

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