Artikel vom 04.05.2012, Druckdatum 29.05.2022

centrotherm photovoltaics AG : Q1 Umsatz- und Ergebniseinbruch

Die centrotherm photovoltaics AG (Blaubeuren) meldet für das erste Quartal 2012 einen Umsatz- und Ergebniseinbruch: Für die ersten drei Monate dieses Jahres ergab sich im Konzern demnach ein Umsatz von 82,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 189,3 Millionen Euro). Das operative Ergebnis (EBIT) sank auf minus 42,9 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 17,7 Millionen Euro). Außerdem meldet das Unternehmen das Risiko eines Rechtsstreits in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages.

Die Branchen- und Finanzierungssituation bleibe weiterhin angespannt und zeige sich erneut in der Geschäftsentwicklung, meldet das Unternehmen. In einem schwierigen Marktumfeld habe man einen Auftragseingang von 255,4 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 224,3 Mio. Euro) erzielt, heißt es in der entsprechenden Adhoc-Meldung. Darin enthalten ist nach erfolgter Anzahlung der Großauftrag von Sonelgaz zum Bau einer vollintegrierten Solarmodulfabrik in Algerien in Höhe von 227,1 Millionen Euro. Der Auftragsbestand betrug Unternehmensangaben zufolge zum 31. März 2012 insgesamt 508,2 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 423,0 Millionen Euro).

„In den Zahlen spiegeln sich die Marktturbulenzen wider, mit denen auch wir zu kämpfen haben“, sagte Dr. Thomas Riegler, Finanzvorstand der centrotherm photovoltaics AG. „Die Branche befindet sich in der bisher schwersten Krise, die Konsolidierung ist im vollen Gange. Daher arbeiten wir mit Hochdruck an der Umsetzung unseres Restrukturierungsprogramm ct focus, welches umfangreiche Maßnahmen zur Ergebnis- und Liquiditätssicherung vorsieht. Das erklärte Ziel, um centrotherm auf den Weg nachhaltiger Profitabilität zurückführen, ist eine schlanke und effizienten Organisationsstruktur, sowie die strategische Ausrichtung auf die technologischen Kernkompetenzen und Produkte insbesondere im Segment Solarzelle & Modul sowie im Bereich Halbleiter. Für das erste Halbjahr 2012 gehen wir von keiner Verbesserung der aktuellen Situation aus.“

Im Segment Silizium & Wafer erzielte centrotherm photovoltaics mit dem Verkauf von Technologie und Anlagen für die Siliziumproduktion demnach Umsätze von 37,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 29,3 Millionen Euro). Für das operative Ergebnis (EBIT) ergab sich ein Wert von minus 0,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 2,2 Millionen Euro). Der Auftragsbestand im Segment lag am 31. März 2012 bei 195,5 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 176,1 Millionen Euro).

Im Berichtszeitraum habe sich das Risiko verdichtet, dass es im Rahmen eines Großprojekts möglicherweise zu einem Rechtsstreit in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrages kommt. Da der Vorstand nach bisheriger Einschätzung davon ausgeht, dass aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen hieraus für die Gesellschaft keine größeren Belastungen resultieren werden, wurden derzeit keine weiteren Rückstellungen gebildet, heißt es in der Adhoc-Meldung weiter.

Im Segment Solarzelle & Modul beliefen sich die Umsatzerlöse auf 37,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 154,9 Millionen Euro). Das EBIT lag bei minus 32,2 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 19,3 Millionen Euro). Der Auftragsbestand im Segment betrug am Ende des ersten Quartals 306,3 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 234,6 Millionen Euro).

Das Segment Dünnschichtmodul erwirtschaftete einen Umsatz von 8,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 5,1 Millionen Euro). Das EBIT lag bei minus 10,5 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: minus 3,8 Millionen Euro). Das Segment verzeichnete einen Auftragsbestand von 6,4 Millionen Euro (31. Dezember 2011: 12,3 Millionen Euro), meldet das Unternehmen.

„Für das erste Halbjahr 2012 sehen wir keine Verbesserung der aktuellen Situation“, so Finanzvorstand Riegler. „Dennoch sehen wir den anhaltenden Kostendruck in der Photovoltaik Industrie auch als Chance. Denn unsere Kunden setzen auf hocheffiziente Technologien und Produktionsanlagen, die ihnen einen Wettbewerbsvorteil ermöglichen. Darüber hinaus sehen wir das mittel- bis langfristige Potenzial der Photovoltaik durch den weltweit steigenden Energiebedarf und die begonnene Energiewende.“

Quelle: centrotherm photovoltaics AG

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