Artikel vom 23.03.2012, Druckdatum 26.06.2022

„SolarFlächenPortal Thüringen“ geht online

Investorinnen und Investoren für Photovoltaik Parks werden auf der Suche nach geeigneten Standorten in Zukunft schneller fündig: Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig hat gemein­sam mit LEG-Geschäftsführer Andreas Krey das „SolarFlächenPortal Thüringen“ freige­schaltet. Der neue Service der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) listet zur Zeit 29 freie Flächen in einer Größenordnung von insgesamt 130 Hektar auf, die sich grundsätzlich für eine Bebauung mit Photovoltaik Anlagen eignen.

Hier könnten beim gegenwärtigen Stand der Technik jährlich zirka 81.000 MWh Strom er­zeugt werden – ausreichend, um den jährlichen Strombedarf von rund 29.000 Haushal­ten zu decken. Das entspricht ungefähr der Größe von Städten wie Suhl oder Weimar. Für die dafür notwendigen Solarstromanlagen fielen Investitionen von gut 220 Millionen Euro an. 

„Mit dem ‚SolarFlächenPortal Thüringen’ können wir das vorhandene Flächenpotenzial in Thüringen noch konsequenter zur Nutzung von Sonnenenergie erschließen“, erklärte Wirtschaftsminister Matthias Machnig. „Damit kommen wir bei der regenerativen Strom­erzeugung einen großen Schritt weiter. Zudem schaffen wir in Thüringen neue Absatz­möglichkeiten für Photovoltaik Module.“

Unter www.solarflaechen-thueringen.de werden aktuell 60 Standorte – vorwiegend Konversionsflächen, ehemalige Deponien sowie Brachflächen mit baulich-gewerblicher Vornutzung – geführt. Neben den 29 verfügbaren Flächen enthält die Datenbank auch 16 Flächen, auf denen derzeit bereits Photovoltaik Parks entstehen oder schon entstanden sind. 16 weitere Flächen sind ebenfalls grundsätzlich für eine Solarnutzung geeignet, kommen aber aus verschiedenen Gründen – Naturschutz, Verwendung als Ausgleichsflächen, ungeklärter Status – für solche Projekte derzeit nicht in Frage.

Ein mehrstufiges Untersuchungsverfahren stellt die Eignung der aufgenommenen Stand­orte als Solarstromparks sicher. „Mit der Nutzung dieser Flächen als Solarpark gewinnen wir in zweierlei Hinsicht: Auf der einen Seite werten wir Altstandorte auf und nutzen sie sinnvoll nach. Dadurch zerstören wir auf der anderen Seite keine wertvollen Naturräume oder landwirtschaftliche Nutzflächen, um umweltfreundlich Energie zu gewinnen“, so Andreas Krey, Geschäftsführer der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG Thürin­gen), bei der die ThEGA angesiedelt ist.

Im Auftrag des Thüringer Wirtschaftsministeriums hatte die ThEGA im Jahr 2010 den Standortatlas „Solarparks auf Brachflächen in Thüringen“ erarbeitet, der zu Beginn des vergangenen Jahres erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt worden war. Um den Service für potenzielle Interessierte weiter zu verbessern, übertrug die ThEGA die Ergebnisse der Studie nun in eine webbasierte Datenbank. 

Mit nur wenigen Klicks erhalten Interessierte auf der Internetseite alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Standorten, aktuellen Bewerbungs- und Bebauungsverfahren sowie zu den jeweiligen Ansprechpart­nern. Zudem können die Standorte mit Hilfe von Filtern vorsortiert werden. Damit fällt es Unternehmen, Privatpersonen, Personengemeinschaften, Kommunen und Gebietskörper­schaften leichter, im Freistaat geeignete Standorte für Solarstromparks zu finden. Außerdem können selbst Flächen eingestellt und die Datenbank damit stetig erweitert werden.

Insgesamt 16 Flächen aus dem Vorprojekt des „SolarFlächenPortals Thüringen“ wurden bis jetzt erfolgreich realisiert beziehungsweise befinden sich momentan in der Realisie­rung. So entstand zum Beispiel im vergangenen Jahr auf einem ehemaligen Militärge­lände in Gotha der größte Solarpark des Freistaates. Die Masdar PV GmbH installierte hier mehr als 50.000 Dünnschicht-Solarmodule. Mit einem erwarteten Ertrag von jährlich 10,5 Millionen Kilowattstunden können künftig rund 2.500 Vier-Personen-Haushalte versorgt werden. Weitere Beispiele für (realisierte oder in Planung befindliche) Photovoltaik Standorte sind das ehemalige Kiesabbaugebiet Starkenberg (20 ha), die ehemalige Zuckerfabrik Roßleben (7 ha), die ehemalige Tongrube Niedertopfstedt (6 ha), die Hausmülldeponie Jena-Ilmnitz (5 ha) und die Palmtalaue bei Eisenach (5 ha).

Mehr Informationen unter www.solarflaechen-thueringen.de 

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie
                                                                 News_V2