Artikel vom 05.03.2012, Druckdatum 24.05.2022

Photovoltaik-Kahlschlag: Verbraucher sparen kaum, Schaden gewaltig

Werden die von der Bundesregierung beschlossenen Kürzungen der Photovoltaik Förderung umgesetzt, spart ein Durchschnittshaushalt in den kommenden zwei Jahren monatlich lediglich 30 Cent - für die Jahre 2014 bis 2016 würde sich der Einspareffekt auf 60 Cent pro Monat belaufen. Dies hat eine Berechnung der Prognos AG ergeben, die im Auftrag des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V. (BSW-Solar) erstellt wurde.

Konkret wurden die Auswirkungen der Kabinettsvorlage vom 29. Februar auf die Entwicklung der Verbraucher-Strompreise untersucht. „Diese Einsparungen stehen in keinem Verhältnis zu den fatalen Folgen überzogener Kürzungspläne: Eine drohende Insolvenzwelle, die Gefährdung zehntausender Arbeitsplätze sowie das Scheitern der Energiewende“, erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. 

Aus diesem Grund hat die Solarbranche für heute (Montag, 5. März) zu einer Großkundgebung am Brandenburger Tor in Berlin aufgerufen. Die Protestveranstaltung beginnt um 13 Uhr und steht unter dem Motto „Stoppt den Solar-Ausstieg“. Erwartet werden über zehntausend Teilnehmer aus allen Teilen Deutschlands. Genaue Informationen gibt es unter www.solarwirtschaft.de.

„Der Bundestag muss das Gesetz zum Solar-Ausstieg stoppen und deutlich nachbessern“, fordert Carsten Körnig. Denn Kostenargumente gegen den Solarstrom verfingen nicht mehr. Wie Prognos bereits im Januar berechnete, steigen auch bei einem ambitionierten Ausbau der Photovoltaik am deutschen Strom Mix von derzeit knapp vier auf sieben Prozent im Jahr 2016 die Verbraucher-Strompreise um lediglich zwei Prozent. Dies sei das Resultat deutlich gesunkener Kosten bei der Fertigung von Solarstrom-Anlagen und Folge einer bereits erfolgten Halbierung der Solarförderung innerhalb der letzten drei Jahre.

Rund zwei Drittel der Bevölkerung in Deutschland wollen auch in Zukunft einen starken Solarstrom-Ausbau und lehnen die aktuellen Kürzungspläne der Bundesregierung ab. Dies ergab eine aktuelle Repräsentativbefragung des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des BSW-Solar.

Massiver Protest gegen die geplanten Solarkürzungen hat sich unterdessen auch im Internet formiert. Bereits über 50.000 Menschen haben binnen weniger Tage Protestschreiben in Form von E-Cards an Politiker verschickt. Weitere Informationen dazu unter www.energiediskussion.solarwirtschaft.de/e-cards-versenden.

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft e.V.
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