Artikel vom 25.02.2012, Druckdatum 07.07.2020

Kürzungspläne bei Photovoltaik: Axt statt Augenmaß

Zu den Kürzungsplänen von Bundeswirtschaftsminister Rösler und Bundesumweltminister Röttgen erklärt Norbert Hahn, Mitglied des Vorstands der IBC SOLAR AG (Bad Staffelstein): „Die Pläne der Minister sind beherrscht von Axt statt Augenmaß. Sie gefährden die Energiewende und bedrohen Arbeitsplätze. Seit 2008 wurde die Solarvergütung halbiert. Bis zum 1. Juli wird die Solarvergütung bereits nach geltendem Recht um weitere 27 Prozent sinken. Die Solarwirtschaft hat bereits diese äußerst herausfordernden Aufgaben bewältigt. Diese Kürzungen noch weiter auszuweiten, heißt die Energiewende aufs Spiel zu setzen.“

Besonders schlimm sei dabei, so Hahn, dass die Änderungen in kürzester Frist wirksam werden sollen, und zwar am 9. März. Das verrate völlige wirtschaftspolitische Ignoranz. „Die Solarwirtschaft ist kein Day-to-day-Geschäft, sondern bedarf verlässlicher Rahmenbedingungen. Nun werden zwischen dem Wunschtermin der Minister im März und der tatsächlichen Verabschiedung des Gesetzes im Mai viele Wochen vergehen. Dies schafft zusätzliche Unsicherheit, gerade in den Monaten, in denen besonders viele Kundinnen und Kunden sich zum Erwerb einer Photovoltaik Anlage entschließen.“

Sollten sich die Minister mit der Vorstellung durchsetzen, den jährlichen Zubau auf ein Drittel des Zubaus von 2010 und 2011 abzuwürgen, werden sie ihre eigenen Ziele für die Energiewende nicht erreichen können, prophezeit der Experte. „Es war der besondere Erfolg der Photovoltaik der 2011 für die glänzenden Ergebnisse bei dem Zubau Erneuerbarer Energien gesorgt hat.“

Im Juli letzten Jahres wurde die Energiewende beschlossen, das dazu gehörige Gesetz ist seit dem 1. Januar in Kraft. Jetzt wird es erneut geändert. Dieser Zick-Zack-Kurs der Bundesregierung verunsichert Verbraucher/innen und Investor/innen. Das wird nicht ohne Folge auf die mittlerweile über 100.000 Arbeitsplätze in der Solarwirtschaft bleiben, so Hahn. 

In der Bevölkerung ist die Solarenergie beliebt wie nie. Besonders Philipp Rösler zeige dafür keinerlei Verständnis. Der Gesetzentwurf enthalte eine Vielzahl an Misstrauensbekundungen gegen Deutschlands beliebteste Energieerzeugungsart, so Hahn weiter. So sollen mittelgroße Solarstromanlagen ab 10 MWp überhaupt keine Vergütung mehr erhalten, die Vergütung Monat für Monat sinken, der Zubaukorridor von Jahr zu Jahr verengt werden. Der Eigenverbrauch entfällt, nur noch Teile der erzeugten Strommenge sollen vergütungsfähig sein und Anlagen müssen früher fertig gestellt werden. 

Norbert Hahn: „Ich setze nun auf die Besonnenheit und Weitsicht der Koalitionsabgeordneten und der Unionsministerpräsidenten. Sie können kein Interesse daran haben, dass dieser weitgehend von Philipp Rösler bestimme Entwurf das Licht des Bundesgesetzblatts erblickt.“

Quelle: IBC SOLAR AG
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