Artikel vom 10.12.2011, Druckdatum 23.01.2022

EEG-Umlage: Ausnahmen für Industrie heben Kostensenkungen auf

Laut der Mittelfristprognose der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) könne die EEG Umlage 2013 zwischen 3,66 und 4,74 Cent pro Kilowattstunde betragen. Verantwortlich für den Anstieg der Umlage gegenüber aktuell 3,53 Cent ist neben der neu eingeführten und von den ÜNB vorzuhaltenden Liquiditätsreserve nicht zuletzt die Absenkung der Bemessungsgrenze für sogenannte „privilegierte Letztverbraucher“, also für industrielle Großverbraucher, die nur eine deutlich reduzierte EEG Umlage von im niedrigsten Fall 0,05 Cent pro Kilowattstunde entrichten, so der Ökostrom-Anbieter „Naturstrom“.

So wird 2013 der Mindeststromverbrauch, ab dem ein Unternehmen als privilegiert gilt, von 100 Gigawattstunden auf 10 Gigawattstunden pro Jahr abgesenkt. Die Konsequenz: Bereits für 2013 wird ein deutlicher Anstieg zwischen 13 und 17 Terawattstunden des privilegierten Letztverbrauchs angenommen. Die Herausforderungen der Energiewende werden auf immer weniger Schultern verteilt, Haushalte und mittelständische Betriebe tragen zunehmend auch den Anteil der Großindustrie, heißt es in einer Pressemitteilung des Ökostrom Anbieters „Naturstrom“.

Vor diesem Hintergrund tauge die Mittelfristprognose der ÜNB gerade nicht für jene Horrorszenarien, wie sie nun von manchen konservativen Kräften vorschnell ausgemalt werden. Denn Strom aus Erneuerbaren Energien werde Jahr für Jahr immer günstiger. So sinke beispielsweise die durchschnittliche Vergütung für Strom aus Photovoltaik Anlagen bis 2016 um mehr als die Hälfte. Im Trendszenario gingen die ÜNB für 2016 von 12,61 Cent je erzeugter Kilowattstunde für Aufdachanlagen mit weniger als 1 MW Nennleistung aus, für Freiflächenanlagen sinkt die durchschnittliche Vergütung sogar auf 9,59 Cent.

Auch insgesamt hätten die ÜNB die zu erwartenden Vergütungszahlungen gegenüber der Mittelfristprognose 2010 gesenkt: Im letzten Jahr seien sie noch von 18,766 Milliarden Euro für 2013 und 20,754 Milliarden Euro für 2015 ausgegangen. In der aktuellen Prognose werden die Zahlen laut „Naturstrom“ aufgrund niedrigerer Ausbauannahmen deutlich nach unten korrigiert – um 1,6 Milliarden  Euro auf 17,103 Milliarden Euro für 2013 sowie um 2,7 Milliarden Euro auf 18,035 Milliarden Euro für 2015. Auch diese Zahlen würden zeigen: Die Kosten für die Allgemeinheit sinken. Da aber die Bundesregierung ohne Not die Solidargemeinschaft der EEG Umlagenzahler schwäche, könnten Haushaltskund/innen und andere „nicht privilegierte Verbraucher“ nicht von dieser positiven Entwicklung profitieren. 

Quelle: Naturstrom AG

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