Artikel vom 26.10.2011, Druckdatum 01.10.2020

Meyer Burger drosselt Wafer-Produktion

Aufgrund der starken Verunsicherung in den Hauptmärkten, die durch die aktuellen wirtschaftlichen und fiskalpolitischen Probleme noch verschärft worden seien, will die Meyer Burger AG ihre Produktionskapazitäten bei der MB Wafertec am Standort Thun (Schweiz) ab November 2011 weiter drosseln. Die Umsatz- und Ertragsziele der Gruppe für das Geschäftsjahr 2011 blieben aber bislang unverändert bestehen, so das Unternehmen in einer Adhoc-Mitteilung.

Durch die sich abzeichnende weltweite Wirtschaftsabschwächung und die Verunsicherung und Zurückhaltung der Endverbraucher als Folge der politischen Entscheidungen zur Reduktion von Einspeisevergütungen in mehreren europäischen Ländern (Deutschland, Spanien, Italien) habe sich die im Markt vorgesehene Absatzentwicklung von Photovoltaik Modulen und -systemen in den vergangenen Monaten drastisch verändert. Dieser Umstand und die Zurückhaltung der Endabnehmer habe verschiedene globale Solarzell- und Solarmodulhersteller dazu gezwungen, den Ausbau in ihre Produktionskapazitäten anzupassen. Die MB Wafertec spüre den Rückgang der Investitionsbereitschaft bei ihren Kunden insbesondere beim Bestellungseingang nach neuem Produktionsequipment, so das Unternehmen. 

Die derzeit schwierige Marktsituation sieht die Meyer Burger Gruppe aber auch als Chance für die Zukunft der gesamten Branche. Die Kosten für die Herstellung von Solarsystemen über die gesamte Herstellungskette würden weiter reduziert und somit werde auch das Ziel zur Erreichung der ‚Grid Parity’ noch schneller realisiert, so das Unternehmen. Meyer Burger will den Markt weiterhin sehr aktiv und intensiv beobachten und je nach Entwicklung des Marktes entsprechende, angepasste Massnahmen für die gesamte Gruppe erarbeiten.

Aufgrund der Nachfragesituation hat die Gruppe bei ihrer Tochtergesellschaft MB Wafertec für den November 2011 einen Produktionsunterbrechung von maximal drei Wochen beschlossen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Produktion werden diese Zeit durch den Abbau von geleisteten Überstunden und Bezug von Feriensaldi überbrücken. Weitere Maßnahmen wie der Bezug von unbezahltem Urlaub oder die Anwendung von allfälliger Kurzarbeit sollen für Dezember 2011 je nach Situation und aktueller Kapazitätsauslastung in Betracht gezogen werden. MB Wafertec habe die Produktion und das gesamte Supply Chain Management in den vergangenen Jahren ständig optimiert und verfüge über eine äußerst hohe Flexibilität, um ihre eigenen Produktionskapazitäten rasch an Nachfrageschwankungen anzupassen, heißt es in der Adhoc-Mitteilung weiter. Bei einer Erholung der Investitionsbereitschaft ihrer Kunden könne das Unternehmen die Produktions- und Lieferkapazitäten innerhalb kürzester Frist wieder erhöhen.

Aus heutiger Sicht bestätigt die Meyer Burger Technology AG ihre Jahresziele 2011. Bis zum Jahresende ürde gemäss Liefervereinbarungen eine große Anzahl an Maschinen, die sich derzeit noch auf dem Transport zu den Kundenstandorten oder bereits beim Kunden befinden, durch die Kunden abgenommen. Meyer Burger bestätigt daher ihre bisherige Erwartung, einen Nettoumsatz von rund  1.200 Millionen Schweizer Franken und eine EBITDA Marge von zwischen 23-25 Prozent für das Geschäftsjahr 2011 zu erreichen (ohne Einbezug der anteiligen Resultate der Roth & Rau AG). 

Quelle: Meyer Burger AG



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