Artikel vom 24.10.2011, Druckdatum 26.06.2022

Investitionsboom bei Photovoltaik-Anlagen beschleunigt Energiewende

Das Thüringer „1.000-Dächer-Programm Photovoltaik“, das sich direkt an die Kommunen richtet, ist ein Erfolg: Von den Kommunen im Freistaat wird es stark angenommen. Allein seit 1. Januar 2011 sind im Rahmen des Programms 75 Solarstromanlagen mit rund 1,6 Millionen Euro gefördert worden. Das entsprach einem Investitionsvolumen in Höhe von gut 14 Millionen Euro. „Mit einem Euro Förderung stoßen wir sieben Euro Investitionen an“, so Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig.

Seit Juli 2010 sind in Thüringen 130 neue Photovoltaik Anlagen mit einer Leistung von rund 4.500 KWp mit rund 3 Millionen Euro gefördert worden. Damit konnte ein Investitionsvolumen von gut 21,2 Millionen Euro ausgelöst werden. Aufgrund der großen Nachfrage sind die Mittel für das 1.000-Dächer-Programm in diesem Jahr um zusätzlich eine Million Euro aufgestockt worden. Das 1.000-Dächer-Programm richtet sich direkt an Kommunen und kommunale Unternehmen und füllt damit eine Lücke, die das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht bedient.

Drei Bürgermeister (darunter der Oberbürgermeister der Stadt Weimar, Stefan Wolf) und eine Landrätin stellten am 17. Oktober 2011 auf Einladung des Thüringer Wirtschaftsministers Matthias Machnig ihre Projekte vor. „Das Programm hat einen Investitionsboom im Bereich der Solarenergie ausgelöst“, so Machnig. „Damit leistet es einen entscheidenden Beitrag zur Energiewende in Thüringen.“

Da bis 2013 insgesamt 7,5 Millionen Euro Förderung zur Verfügung stehen, könnten über die gesamte Laufzeit des Programms mehr als 49 Millionen Euro Investitionen in den Solarstandort Thüringen ausgelöst werden. Außerdem erhalten Kommunen über das 1.000-Dächer-Programm die Chance, in erneuerbare Energien zu investieren und damit ihre Einnahmen zu verbessern. „Das 1.000-Dächer-Programm ist ein Erfolgsprodukt, das den grünen Motor Thüringen beschleunigt“, sagte Machnig. „Viel besser kann Wirtschaftsförderung nicht eingesetzt werden.“

Derzeit liegen bereits weitere 70 Förderanträge für das 1.000-Dächer-Programm vor, mit denen bei einer Förderung in Höhe von rund 2 Millionen Euro rund 10,3 Millionen Euro an kommunalen Investitionen für Solaranlagen verbunden sind. Jeden Monat kommen durchschnittlich sieben weitere Anträge hinzu. „Das ist Geld, von dem nicht zuletzt Wirtschaft und Handwerk erheblich profitieren werden“, sagte der Minister.

Das 1.000-Dächer-Programm:
Mit dem „1.000-Dächer-Programm Photovoltaik“ wird die Errichtung von Solaranlagen auf Dächern und an Fassaden von Gebäuden gefördert, die sich im Eigentum von Kommunen und kommunalen Unternehmen befinden. Ebenso werden gemeinnützige Organisationen (z.B. Sportvereine, soziale Träger, Kirchen) sowie genossenschaftliche Zusammenschlüsse, Stiftungen und Vereine zum Betrieb von Bürgersolaranlagen unterstützt. 

Die Förderung beträgt 20 Prozent der Investitionssumme bis zu einer Höchstgrenze von 100.000 Euro. Beim Einsatz innovativer Technologien ist eine Erhöhung der Förderquote auf bis zu 40 Prozent möglich. Gleiches gilt für die Integration von Photovoltaik Anlagen in denkmalgeschützte Gebäude oder die Einpassung in die traditionellen Dachlandschaften städtebaulich wichtiger Gebiete. Auch bei Anlagen an Lärm- und Sichtschutzwänden oder auf versiegelten, noch anderweitig genutzten Flächen, beispielsweise Parkplätzen, kann die höhere Förderung greifen. 

Eine Auswertung der bisherigen Förderstatistik zeigt, dass die Fördermittel etwa zu zwei Dritteln an Kommunen und kommunale Unternehmen fließen, der Rest entfällt auf gemeinnützige und kirchliche Organisationen. Gefördert wurden auch zwei Bürgersolaranlagen. 

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie
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