Artikel vom 06.09.2011, Druckdatum 09.12.2022

„Green Power“ für die Roma-Bevölkerung in Siebenbürgen

Das Photovoltaik Unternehmen Phaesun GmbH (Memmingen) hat gemeinsam mit der studentischen Initiative „Students In Free Enterprise“ (kurz: SIFE) der Universität Regensburg das Projekt „Green Power“ verwirklicht. Mit dem Projekt unterstützen die Partner die Roma-Bevölkerung in Rumänien. Im August statteten sie 30 Haushalte in den Dörfern Rosia, Nou und Daia in Siebenbürgen mit sogenannten PicoPV-Systemen zur netzfernen Stromversorgung aus.

Phaesun stellte die netzfernen Photovoltaik Anlagen unentgeltlich zur Verfügung. Sie werden künftig für eine zuverlässige elektrische Beleuchtung und als Ladequelle für Mobiltelefone und weitere Kleinverbraucher sorgen. Außerdem hat das Memminger Solarunternehmen die SIFE-Studenten in der Installation und Reparatur der PicoPV-Systeme geschult. Dieses Wissen wendeten die Studenten in Rumänien an und gaben es weiter an die einheimische Projektleitung.

„Die Roma-Bevölkerung wird in Rumänien noch immer diskriminiert. Siedlungen sind selten an das öffentliche Stromnetz angeschlossen, der Zugang zu Bildung bleibt den Kindern häufig verwehrt, woraus Probleme wie hohe Arbeitslosigkeit und Alkoholismus entstehen“, erläutert SIFE-Projektleiter Daniel Kaiser. „Wir haben ein ganzheitliches Konzept zur Unterstützung der Roma-Familien mit den Schwerpunkten Bildung, Elektrifizierung und Einkommensgenerierung entwickelt und im März 2011 mit der Umsetzung begonnen. Mit unserem Projekt können wir einen Beitrag leisten, die Lebensverhältnisse der Roma-Familien langfristig zu verbessern.“

Zu den rumänischen Projektpartnern zählen die Regionalverwaltung, der Autor Eginald Schlattner sowie zwei Elektrotechnikstudenten aus Rosia, die ihr Studium über ein Stipendium sowie den Betrieb einer Ladestation finanzieren können. Sie sind für den einwandfreien Betrieb der Systeme im Ort verantwortlich und betreiben in Lebensmittelgeschäften zentrale Ladestationen, bei denen Haushalte ohne Strom Handys und Lampen mit integrierter Batterie gegen eine geringe Gebühr laden können.

Tobias Zwirner, Geschäftsführer der Phaesun GmbH, erläutert: „Wir sind mit der Problematik in Rumänien vertraut, da wir dort bereits einige Projekte zur netzfernen Stromversorgung mit lokalen Partnerunternehmen umgesetzt haben. Die Roma-Bevölkerung wird häufig von öffentlichen Leistungen ausgeschlossen und hat kaum Zugang zum Stromnetz. PicoPV-Systeme sind eine gute Möglichkeit, den Basisbedarf dezentral zu decken. Entsprechend den Bedürfnissen der Nutzer können die Systeme beliebig erweitert werden.“

Quelle: Phaesun GmbH

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