Artikel vom 23.08.2011, Druckdatum 31.01.2023

Förderprogramm für Energie-Plus-Häuser aufgelegt

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) hat ein neues Förderprogramm für Modellhäuser aufgelegt, die den sogenannten „Plus-Energie-Standard“ erfüllen. Dafür stehen zunächst im Jahr 2011 rund 1,2 Millionen Euro bereit. Mit dem Programm werden Bauherrinnen und -herren unterstützt, die Gebäude errichten, die deutlich mehr Energie produzieren, als für deren Betrieb notwendig ist. Diese Energie soll insbesondere für die Elektromobilität zur Verfügung stehen.

Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Gebäude und Verkehr haben zusammen einen Anteil von etwa 70 Prozent am gesamten Endenergieverbrauch. Mit innovativen Konzepten wollen wir dieses enorme Einsparpotenzial noch besser nutzen: In Berlin bauen wir bereits ein sogenanntes Energie-Plus-Haus, das doppelt so viel Energie produziert, wie es verbraucht. An diesem bewohnbaren Prototyp wollen wir demonstrieren, dass es für eine Familie möglich ist, die vom Haus produzierte Energie auch für Mobilität zu nutzen: Die Immobilie betankt das Elektroauto vor dem Haus. Dieses Forschungsprojekt soll das Flaggschiff für eine neue Gebäudegeneration werden. Deshalb haben wir ein neues Förderprogramm für Energie-Plus-Häuser aufgelegt.“ 

Die neue Fördermaßnahme richtet sich an alle Bauherrinnen und -herren oder deren bevollmächtige Vertreter/innen - z.B. Privatpersonen, Institutionen, Unternehmen. Gefördert werden zunächst ausschließlich Wohngebäude (Ein-, Zwei- Reihen, und Mehrfamilienhäuser), die in Deutschland errichtet werden. 

Die Gebäude sollen in der Lage sein, neben allen Funktionen des Hauses wie Heizung, Warmwasser, Beleuchtung oder Haushaltsstrom, Elektrofahrzeuge oder weitere externe Nutzer wie z.B. benachbarte Häuser zu bedienen. Sie sollen unter realen, das heißt bewohnten Bedingungen, getestet und evaluiert werden. 

Dazu wird den Bauherrinnen und -herren jeweils eine Expertengruppe zur Seite gestellt. Die Forschungsergebnisse werden anschließend veröffentlicht. Dank der gewonnenen Erkenntnisse soll das Energiemanagement von modernen Gebäuden verbessert und die notwendigen Komponenten für die energieeffiziente Gebäudehülle und die Nutzung Erneuerbarer Energien fortentwickelt werden. 

„Wir wollen, dass vielversprechende neue Ideen, Technologien und Materialien schneller den Weg in die Praxis finden. Mit dem neuen Programm sollen Erfahrungen u.a. zur Wirtschaftlichkeit gesammelt werden. Mittelfristig muss es gelingen, Null- und Energie-Plus-Häuser zu attraktiven Preisen zu errichten“, erläutert Bomba. 

Erste Energie-Plus-Haus-Modelle, die sich an dem Feldversuch beteiligen wollen, entstehen in Berlin, Köln und Frankfurt/Main.
„Bei der Entwicklung von marktfähigen Technologien für Null- und Energie-Plus-Häuser liegt Deutschland ganz weit vorn. Wenn wir weiter gemeinsam an solch herausragenden Projekten arbeiten, werden wir auch in Zukunft weltweit eine Spitzenposition belegen. Das ist eine große Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland - insbesondere für die deutsche Planungs- und Bauwirtschaft“, so Bomba weiter. 

Projektträger des Programms ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung.
 
Quelle: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)
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