Artikel vom 01.07.2011, Druckdatum 09.12.2022

Energiewende darf nicht auf Kosten der Armen gehen

„Brot für die Welt“ hat an die Bundesregierung appelliert, ihre klimapolitische Verantwortung auch international wahrzunehmen. Das evangelische Hilfswerk hat den Beschluss zum Atomausstieg begrüßt. Zugleich warnte die Direktorin, Pfarrerin Cornelia Füllkrug-Weitzel davor, dass die Energiewende in Deutschland auf Kosten armer Länder zu gehen drohe.

„Nach dem vorliegenden Gesetzentwurf der Koalition sollen die ursprünglich für den weltweiten Klimaschutz vorgesehenen Mittel gekürzt werden, um die nationale Energiewende zu finanzieren“, so Füllkrug-Weitzel. Sie verwies auf Forschungsgelder für Elektromobilität sowie die Kompensation energieintensiver Unternehmen. „Damit würden wir nicht nur die Armen weiter in eine fatale Richtung treiben, sondern auch unsere Glaubwürdigkeit verlieren.“

Die Theologin betonte, dass die Energiewende auch ein Verdienst der Zivilgesellschaft und der Kirchen sei. Deren Ruf nach Zukunftsverantwortung habe ihr den Boden bereitet. „Deutschland hat jetzt die Chance, sich zum Schrittmacher für alternative, zukunftsfähige Energiekonzepte zu machen“, sagte sie. Auch der Run auf Agrotreibstoffe belaste die Armen, weil Nahrungsmittel teurer werden und Ackerland fehle. So bauen ausländische Firmen im Norden Sierra Leones Zuckerrohr an und die Kleinbauern verarmen.

„Brot für die Welt“ präsentierte am 30.06.2011 in Berlin seine Bilanz für 2010. Das Hilfswerk erhielt 62,1 Millionen Euro an Spenden. Es ist das viertbeste Ergebnis nach 84/85, 92/93 und 93/94. Damit wurde das Vorjahresergebnis um 13,5 Prozent gesteigert. Füllkrug-Weitzel: „Unsere Spenderinnen und Spender haben große Hilfsbereitschaft bewiesen.“ 2010 flossen rund 49 Millionen Euro in 1.020 Projekte, die „Brot für die Welt“ weltweit unterstützt. Der Hauptanteil der Spenden ging wieder nach Afrika, so die Organisation in ihrer Pressemitteilung abschließend.

Quelle: BROT FÜR DIE WELT
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