Artikel vom 20.07.2006, Druckdatum 25.01.2022

Neue Wege zum Stromsparen

Die meisten Kunden lesen ihre Stromrechnung lediglich durch einen Blick auf den zu zahlende Kostenbetrag ganz unten. Und solange keine Nachzahlung ansteht und der monatliche Abschlag ansteigt, heften die meisten die Rechnung einfach nur ab. Dass in den Stromrechnungen mehr stecken könnte, nämlich Hinweise zu den individuellen Stromeinsparpotenzialen, soll jetzt in Heidelberg gezeigt werden. Gemeinsam mit dem Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung führen die Stadtwerke Heidelberg einen Modellversuch zur „informativen Stromrechnung“ durch.

Die Zeitschrift ZfK hat im Jahr 2005 eine Umfrage zur Kundenzufriedenheit im Privatkundensektor durchgeführt. Ergebnis: Den vorletzten Platz von allen untersuchten Branchen belegten die Stromversorger. Vor allem mit der Verständlichkeit und der Aufmachung der Rechnungen waren die Kunden unzufrieden. Herkömmliche Stromabrechnungen, so das ifeu-Institut, seien für viele Haushalte wenig verständlich. Zudem könnten die wenigsten Kunden nachvollziehen, was genau eine Kilowattstunde Stromverbrauch bedeute und wie lange man damit einen Kühlschrank betreiben oder fern sehen könne.

Im Rahmen des Modellversuchs, der im Juli 2006 durchgeführt wird, erhält nun ein Teil der Heidelberger Haushaltsstromkunden eine mit Zusatzinformationen versehene Stromrechnung. Ziel ist es, so die Forscher, ein für die Versorger möglichst einfach in die Rechnungserstellung zu integrierendes und kostengünstiges System zu entwickeln, das den Stromkunden dennoch nicht nur allgemeine Informationen zum Stromsparen bietet, sondern auch individuelle Rückmeldungen zum eigenen Stromverbrauch gibt.

Neu wird eine zweiseitige Beilage zur Stromrechnung sein. In ihr kann man u.a. nachlesen, wieviel Strom Haushalte in vergleichbarer Größe durchschnittlich verbrauchen. Zudem werden Anregungen gegeben, wie man einfach und an die Jahreszeit angepasst Strom sparen kann, z.B. durch Vermeidung eines ineffizienten Einsatzes von Raumklimageräten oder durch sommerliches Trocknen der Wäsche ohne elektrisch betriebenen Trockner. Mit den Tipps erfährt man außerdem ganz konkret, wieviel man bei ihrer Umsetzung einsparen kann. 

Ein weiterer Teil der Beilage enthält Hinweise auf Beratungsangebote der Stadtwerke Heidelberg und der regionalen Energieagentur KliBA. Dadurch sollen die Kunden von den Angeboten der Heidelberger Stadtwerke zum Thema „Stromsparen“ wie beispielsweise den Verleih von Strommessgeräten oder die Testmöglichkeit von Power-Safern erfahren.

Wissenschaftlich begleitet und evaluiert wird das Modellprojekt vom Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung. Im Herbst 2006 werden die Stadtwerkekunden dann befragt, inwieweit die Zusatzinfos für sie hilfreich und verständlich waren. Erste Auswertungsergebnisse werden Ende 2006 erwartet. Der Modellversuch ist Teil eines Forschungsprojektes zur Stromsparberatung privater Haushalte, das über das Programm BW-Plus Baden-Württemberg gefördert wird.

Quelle: iwr, stromtarife.de
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