| Artikel vom 03.03.2011, Druckdatum 10.06.2026 | |
„Photovoltaik spielt entscheidende Rolle bei Energiewende“Die Photovoltaik spielt nach Ansicht der juwi-Gründer Fred Jung und Matthias Willenbacher bei der Energiewende eine entscheidende Rolle. Die Degression der Solar-Vergütung mache Solarstrom vom eigenen Dach bereits 2012 wettbewerbsfähig gegenüber konventionellem Haushaltsstrom aus der Steckdose. 2013 werde Solarstrom von der Freifläche sogar günstiger sein als Windstrom, der in Offshore-Windparks auf dem Meer produziert wird. „Die Photovoltaik erzeugt die Energie genau dort, wo sie auch gebraucht wird. Das spart viele Milliarden Euro an Kosten für den Netzausbau und schont so die Verbraucher zusätzlich“, so Fred Jung. Nach Ansicht der beiden juwi-Firmengründer Fred Jung und Matthias Willenbacher steht die Energieversorgung in Deutschland am Wendepunkt. „Die Großkonzerne zocken die Verbraucher ab. Das System Markt beherrschender Oligopole, die schmutzige Energie in zentralen Großkraftwerken erzeugen und damit die Taschen ihrer Aktionäre füllen, hat ausgedient“, sagt juwi-Vorstand Matthias Willenbacher. Das Energiekonzept der Zukunft dagegen ist erneuerbar, aber auch und vor allem dezentral und unabhängig: „Dezentrale Energien machen die Verbraucher unabhängig von den Vorgaben der Großkonzerne und nicht berechenbaren Weltmärkten. Die Menschen können mit erneuerbaren Energien sauberen und preiswerten Strom selbst erzeugen – in der Region oder zu Hause. Das ist das Ziel, das ist die Chance – für die Menschen, für die Wirtschaft. juwi geht dabei mit großen Schritten voran“, ergänzt juwi-Vorstand Fred Jung. Es sei nicht länger ein Kampf der Energieträger, denn der sei entschieden: Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen hält in der Stromversorgung 100 Prozent Erneuerbare Energien bis 2030 für machbar. Es sei ein Kampf der Systeme: Marktbeherrschung gegen Wettbewerb, zentral gegen dezentral. „Die Großkonzerne fahren eine harte Kampagne gegen den dezentralen Ausbau der EE und dabei vor allem gegen die Photovoltaik Sie werfen ihnen vor, sie machten den Strom teuer. Das stimmt nicht“, sagt juwi-Vorstand Jochen Magerfleisch. „Es sind die Konzerne, die die Strompreise steigen lassen. Sie wettern gegen die EEG Umlage und haben doch selbst eine horrende ‚Gewinnumlage’ etabliert, mit denen sie das Geld den Verbrauchern aus der Tasche ziehen“, ergänzt Willenbacher. Erneuerbare Energien machen den Strom nicht teurer, sondern wirken Preis dämpfend, so die beiden Unternehmer weiter. Verantwortlich dafür ist der Merit-Order-Effekt: Wind- und Solarstromanlagen drängen zunehmend teure konventionelle Spitzenlast-Kraftwerke aus dem Netz und können so die Preise an der Strombörse deutlich senken. Dieser Effekt ist zu spüren, wenn der Wind kräftig weht und soviel Windstrom ins Netz gelangt, dass die Preise an der Strombörse gen null tendieren. Auch die Photovoltaik drängt teure Spitzenlast-Großkraftwerke aus dem Netz. Am 6. September 2010 etwa betrug um die Mittagszeit die Leistung aller Photovoltaik Anlagen rund 10 Gigawatt; das entspricht in etwa der Leistung von fünf Atomkraftwerken (http://www.sma.de/de/news-infos/pv-leistung-indeutschland. html). Insgesamt sind nach Ansicht der juwi-Firmengründer die Großmarktpreise für Strom aus verschiedenen Gründen stark gesunken, so dass dadurch der für 2011 berechnete Anstieg der EEG Umlage von rund 2 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde weitgehend kompensiert wird. Dennoch sind die Strompreise erhöht worden – mit Verweis auf eine höhere EEG Umlage. „Für die Preissteigerungen ist die ‚Gewinnumlage’ der Großkonzerne verantwortlich und nicht die EEG Umlage. Sie missbrauchen die EE als Alibi für die eigene Preistreiberei“, so Willenbacher. Nach einer Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes haben von 2002 bis 2009 die Großkonzerne ihre Gewinne vervierfacht. Der Strompreis für Verbraucherinnen und Verbraucher ist im gleichen Zeitraum um rund 50 Prozent gestiegen. 2010 haben die Großkonzerne insgesamt Gewinne von deutlich über 20 Milliarden Euro eingefahren, Tendenz weiter steigend. Das entspricht einer ‚Gewinnumlage’ von über 4 Cent pro Kilowattstunde. Die EEG Umlage summierte sich 2010 auf 8,2 Milliarden Euro und steigt 2011 auf 13 Milliarden Euro. Das heißt, so die beiden Unternehmensführer, die Konzerne könnten, auch mit Blick auf die gesunkenen Beschaffungspreise, die gesamte EEG Umlage tragen und würden trotzdem noch gut verdienen. „Die Frage ist doch, was wir wollen: Wollen wir weiter die Oligarchie der Großkonzerne, oder wollen wir die Unabhängigkeit und Dezentralisierung der Energieversorgung mit EE – und damit eine saubere, sichere, sozial gerechte und preiswerte Stromversorgung, die den Wettbewerb und - durch regionale Wertschöpfung - die Wirtschaft in den Regionen ankurbelt“, erklärt Jung. juwi setzt diese Demokratisierung um, mit Konzepten, wie sich Regionen, Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen umfassend und bedarfsgerecht zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien versorgen können. Regionale Kombikraftwerke bringen nicht nur sauberen und preisstabilen Strom sondern auch regionale Wertschöpfung, von denen die Menschen vor Ort profitieren. Das Institut für ökologische Wirtschaftforschung (IÖW) hat für 2011 bundesweit eine regionale Wertschöpfung (kommunale Steuereinnahmen, Einkommens- und Beschäftigungseffekte) von 8,9 Milliarden Euro ermittelt. Die Agentur für Erneuerbare Energien hat die Indikatoren der Untersuchung auf den Rhein-Hunsrück- Kreis angewendet und kommt in dieser Region für das Jahr 2009 auf eine regionale Wertschöpfung durch erneuerbare Energien von 9,4 Millionen Euro. Zur Realisierung des Konzeptes einer umfassenden Versorgung mit Erneuerbaren Energien hat juwi eine weitere Gesellschaft gegründet – die juwi Green Buildings GmbH. Geschäftsfeld der neuen Tochter sind die energetische Sanierung sowie der ökologisch optimierte Bau von Häusern und Gebäuden. Das erste Projekt ist bereits an Land gezogen: Für den Neubau der Grundschule in Frankfurt-Riedberg hat juwi Green Buildings den Zuschlag für die Planung der Gebäudetechnik erhalten. Weitere Anfragen sind in der Pipeline. Allein bei der energetischen Sanierung von Gebäuden schätzen Experten das Marktpotenzial bundesweit auf mehr als 350 Milliarden Euro. Im neuen Segment kooperiert juwi mit dem Holzbauspezialisten GRIFFNER, der mit dem Projektentwickler bereits den Firmensitz in Wörrstadt sowie die Niederlassung in Brandis errichtet hat. Die juwi-Zentrale gilt als eines der energieeffizientesten Bürogebäude der Welt und wurde mit dem Deutschen Klimaschutzpreis 2008 ausgezeichnet. juwi ist auch Gründungsmitglied der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF). Um das große Ziel 100 Prozent zu erreichen, bietet juwi auch Investments in Erneuerbare Energien an. So können sich Privatanleger/innen an der Realisierung von Wind- oder Solarenergie Anlagen bereits mit relativ geringen Beiträgen beteiligen, etwa über Genusscheine. Mit der GLS-Bank hat juwi ein erstes Genussschein-Projekt erfolgreich platziert; eine Neuauflage ist in diesem Jahr geplant. Darüber hinaus werden künftig mit lokalen Banken Sparbriefe sowie genossenschaftliche Beteiligungen angeboten. Investor/innen werden auch für die Realisierung von Holzpellets-Produktionsanlagen sowie für Werke gesucht, in denen das sehr humusreiche Bodensubstrat Palaterra hergestellt wird. Quelle: juwi Holding AG |